Wo soll ich anfangen? Der letzte Bericht ist nun schon 4 Monate her und in der Zeit ist so einiges passiert.
Winterzeit in Nord-Idaho ist Snowboardzeit. Fast jeder Jugendlicher hat ein Snowboard und eine Saison-Karte für einen der 3 geläufigen Berge mit Ski- und Snowboardpisten. Da in diesem Jahr so viel Schnee fiel wie in den 8 letzten Jahren nicht gefallen ist, waren die Pisten auch dementsprechend gut besucht. Im Januar hatten wir fast eineinhalb Meter Schnee! Wie gesagt, Rekordbruch der letzten 8 Jahre. Ich hab gehört, dass ihr in good-old-Germany so gut wie gar kein Schnee, dafür aber umso mehr Regen und Sturm (Orkan Emma) hattet =) . Naja, jedenfalls hat uns dieser enorme Schneefall insgesamt 3 freie Tage gebracht (keine Schule, da zu viel Schnee) und einen verkürzten. Alle anderen Schulen hatten ein paar mehr, aber wir Charter-nichts-ist-wichtiger-als-akademische-hardcore-Bildung-Schüler mussten unter der Sturheit unseres Schulleiters leiden. Was solls. Jetzt bricht gerade der Frühling an und der Schnee hinterlässt seine Seen.
Snowboarden:
Insgesamt war ich 5 mal schneebrettern. Zweimal auf nem Berg „Lookout“ gennant, zweimal auf „Silver Mountain“ und einmal auf dem „Mount Spokane“. Am besten hat mir der Siberberg (Silver Mountain) gefallen, nicht nur weil ein guter Kumpel der Sohn der Managerin ist und mir freie Karten besorgen kann
Lookout ist so der Berg für den kleinen Geldbeutel (wobei alle Berge [und Verleihe] billiger sind als in Deutschland) weswegen die meisten Teenies sich dort die Hänge hinabstürzen. Auf dem Mount Spokane war ich nur weil wir dort Rabatt bekommen haben (10$ ~7.4€). Aber der beste, schönste und teuerste Berg ist der „Schweitzer“, auf dem ich noch nicht war (und auch wahrscheinlich nicht sein werde). In der Galerie (Snowboarden) ist halb-Panoramabild vom Silver Mountain, der Ausblick war genial. Am Abend, als die Sonne unterging war es sogar besser. Die Berge im Hintergrund, angeschienen von der Abendsonne, Wald und Bäume um dich herum, ein kleines Dörfchen unten im Tal….bei solchen Aussuchten merke ich, dass es eigentlich genau das ist, wo ich schon immer hin wollte. Genug emotionale Ausdrücke.
Neben dem Snowboarden konnte man hier eigentlich nicht weiter viel machen. Im Grunde genommen nichts weiter. Ab und zu war mal ne kleine Geburtstagsparty (zu dem Ausdruck „Party“ später mehr) aber doch wesentlich weniger als gegen Anfang des Austauschjahres (da war etwa jedes Wochenende irgendwo eine). Und wenn man dann auch noch kein Auto hat, bzw keine Berechtigung hat, eines zu fahren kann sich der Winter schon ein wenig hinziehen…
Weihnachten war toll und traurig zugleich. War halt mein erstes Weihnachten ohne die gewohnte family um mich rum. Aber schön war es trotzdem. Schon eineinhalb Monate vor dem eigentlichen Heiligabend stapelten sich die Geschenke unter dem reichlich beschmückten Plastik-Weihnachtsbaum (der immerhin schon 20 Weihnächte erlebt hatte =). Ich hatte mir zwar fest vorgenommen, die Geschenke diesmal frühzeitig zu organisieren, hab letztendlich aber doch den traditionellen Weg gewählt (wenn auch eher weniger gewollt) und die Geschenke in der Woche vor Heiligabend eingekauft. Zumindest fiel das Fehlen meiner Geschenke unter dem Weihnachtsbaum nicht weiter auf. Aber ich kann sagen, dass ich hier nicht der einzige Geschenke-auf-dem-letzen-Drücker-Einkäufer bin =)
Geschenke werden hier erst am Morgen des 25. Dezembers ausgepackt (wobei die Zwillinge+Landon schon 4 Tage vorher angefangen hatte –> demzufolge musste ich auch =). Am Abend des 24. lud meine family eine andere Familie (die kennen sich schon seit wasweißich …15 Jahren..?) zu einem Crab-Essen (nein, nicht crap….) ein. War sehr lecker =)
Als ich am nächsten Morgen aufwachte (naja, aufgeweckt wurde..) waren die anderen schon am auspacken (hatte aber nicht viel verpasst). Meiner Gastmom hatte ich diese Duftöle geschenkt (mir wurde erzählt, dass sie darauf steht, schien zu stimmen), mein Hostdad hat nen Geschenkegutschein für das Bauhaus bekommen, in dem er immer seine Farbe einkauft (er ist Maler [also nicht der Künstlermaler...]), Crosby hat nen T-shirt auf dem „Those who say they know everything annoy those of us who do.“ steht (ich mag den Spruch = D), meine Zwillingshostbrothers haben eine Xbox bekommen (nein, keine xbox360, ein Freund hat mir seine alte für einen sehr guten Preis verkauft) und dazu noch ein paar Spiele, Landon hat niedliche rosa Handschuhe bekommen (wenn ich niedlich sage will das schon was heißen) und Leslie einen mp3player (nein, keinen 200$ iPod….).
Ich selbst bekam viel zum anziehen (ich hatte einen Großteil meine Kleidung zerstört indem ich Bleicher anstatt Waschmittel in die Waschmaschine gekippt hatte [es war 6:10 morgens!!!] aber da möchtet ihr mich bitte nicht drauf ansprechen…), einen Gitarrenständer (meine Gitarre war dankbar), einen Drucker (für SchoolWork), Handschuhe, ne Mütze und ein paar Schuhe. Naja, alles in einem ein erfolgreiches Weihnachten. Aus Deutschland bekam meine Family auch noch Geschenke und 2 Tonnen Süßigkeiten. Ja, deutsches Süßzeug ist hier doch sehr begehrt. Basti (der andere deutsche Austauschschüler aus Frankfurt) und ich bringen ab und zu etwas zur Schule (wasweißich, ne Tüte Haribo Zeug oder so) welche dann doch relativ schnell geleert wird. Amerikanische Süßigkeiten sind jetzt nicht ganz so mein Ding. Die Schokolade ist meist ein wenig trocken und so Sachen wie Gummibärchen (überhaupt alles, was Gelatine enthält) sind ziemlich klebrig und schwierig von den Zähnen abzukratzen. Aber das heißt nicht, dass es hier nicht auch gute Süßigkeiten gibt. Die American Cookies schmecken hier z.b. noch besser als die bei uns von Aldi ![]()
Nach Weihnachten komm Neujahr. Ich war Silvester zusammen mit ein paar Charter Leuten (so nennen wir unsere Mitschüler) bei ner Freundin, etwas weiter weg. Ich bin mit Luke (wohnt fast nebenan) hingefahren. Wir wollten (sollten) Wunderkerzen mitbringen, was sich dann doch als schwieriger erwies als gedacht. Wir haben in insgesamt 5 Läden nach Wunderkerzen gefragt und keine gefunden. Überhaupt schien New Years Eve eher aus Tischfeuerwerk zu bestehen, welches auch verglichen mit Deutschland ziemlich teuer war. Also mussten wir ohne Wunderkerzen auskommen. Wir haben dann noch die Pizzen abgeholt (sehr lecker, aber etwa 10€ pro Pizza. Aber dass der Laden die Auszeichnung für den besten Pizzabäcker Nord Idahos bekommen hat, fand ich doch schon ein bissle traurig…), haben uns dann zwei Filme angesehen (der eine davon hätte glatt ne Kopie von „Jeepers Creepers“ sein können. einige von euch wissen, was ich meine
) und um 12:00 gabs dann Apple Cider anstelle von Sekt zum anstoßen. War ganz lustig, aber auf den deutschen Neujahrsparties ist einfach mehr los.
Ich hoffe ihr hattet alle ein schönes Weihnachtsfest und seid gut ins neue Jahr gerutscht. Ich hab doch das Gefühl,
so einiges in Dland verpasst zu haben
(wie z.b. die Geburt meiner Schwester Marie) und bin mittlerweile bereit, wieder nach hause zukommen, doch dazu mehr im nächsten Teil (sollte in zwei/drei Tagen fertig werden).
Grüße
.henrik
Schlagworte: Amerika Bericht, Austauschschüler, Austauschsjahr, Bericht, Coeur d'alene, Henrik, Idaho, Schüleraustausch