Ich dachte, es ist mal wieder an der Zeit, einen kurz über mein Leben hier im Amiland zu berichten. Eigentlich dachte ich das auch schon vor etwa nen Monat, aber naja…
So, wo fange ich an? Vielleicht mit meiner momentanen Situaion ![]()
Im Moment bin ich im Haus meines Jazz- und Concertband Teachers Mr. Depwew, der mich für ne Woche aufgenommen hat, da meine Gasteltern Daniella und Jeff für ne Woche nach Las Vegas gereist sind. Ist ganz cool hier, hat man seine ruhe vor all den Kindern. Mr. Depew hat ein Kind, fast 2 Jahre alt, namens Henry, eine Frau, die ihr Geld mit kochen verdient (aber keine Köchin, sonder eine art Partymanagerin und dementsprechend gut ist hier auch das Essen) und lebt näher an der Downtown von Coeur d’Alene, aber dafür weiter weg von der Schule (aber er fährt ja eh jeden morgen hin und ich mit).
Gestern Abend bin ich mit einigen Juniors (11.Klässlern) aus meiner Schule an einem Maisfeld gewesen, dass zu einer Halloweenattraktion umgebaut wurde: für gerade mal 8$ (etwa 6,50€) kann man durch dieses recht hoch gewachsene labyrinthartige Maisfeld laufen und sich von interessanten Figuren erschrecken lassen
. In dieses Maisfeld wurden kreuz und quer Wege „gebaut“ und man hatte wirklich Schwierigkeiten, sich zu orientieren. Und dann kamen wie gesagt noch Figuren ausm Mais gesprungen, die aus irgend einem Horrorfilm entprungen sind.


Jaja, ist schon lustig, womit sich die Amis so die Zeit vertreiben =).
Heute Abend werde ich noch auf eine Halloweenparty gehen (als Kostüm zieh ich meine Schuluniform an), wird schon lustig werden ![]()
Aber jetzt mal ein bissle was von dem bereits geschehenen.
Ne halbe Ewigkeit zurück liegt auch der „Labor Day“, sozusagen der amerikanische Tag der Arbeit. An diesem Montag hatten ich schulfrei und bin mit meiner Hostfam zu einer Grillparty gefahren. Die Familie, bei der das stattfand hat nen hübsches Haus am See, umgeben von den Rockys (zumindest glaub ich, dass es die Rockys sind). Und wer ein hübsches Häuschen an nem hübschen See hat, der hat auch ein hübsches Boot und ein hübsches Jet-Ski. Und wer ein hübsches Jet-Ski hat, lässt auch seine Gäste damit übern See kurven. Und das war genial. Wir (meine Hostsis and me) sind mit Vollspeed übern See gefahren und das für vllt 3 Stunden. Jaja, war schon lustig. Leider waren da auch noch andere Gäste…Aber der Tag war sehr cool, nicht nur wegen dem Jet-Ski.
Jede amerikanische Schule hat ein Hauptsportteam, das bei jedem Spiel von beinahe der gesamten Schule angefeuert wird. Bei den meisten Schulen ist es Football, Baseball oder Basketball und bei fast allen betrifft das nur die männliche Mannschaft. Bei meiner Schule ist es das Mädchen-Volleyball Team. Das heißt, dass ich jetzt schon auf ungefähr 5 Volleyballspielen unserer Mannschaft war und auch auf dem Homecoming Game.
Kurze Definition von Homecoming: Jeder dieser Schulhauptsportarten hat eine Saison, in der das Team durch den Staat reist und gegen jedes andere Team spielt, dass ihm in den Weg kommt. Am Ende dieser Saison, wenn das Team zurück zur Heimatstadt kommt, gibt es das letzte Spiel, das Homecoming Game. Nach diesem Homecoming Game gibt es eigentlich immer einen Homecoming Dance und alle sind verrückt….
Und ich war wie gesagt auf diesem Homecoming Game, wie fast jeder andere Schüler von meiner Schule. Auch wenn unsere Schule nicht sehr groß ist, kann sie verdammt lauten krach machen, wenn es darum geht, unsere Volleyballgirls bei ihrem Homecoming Spiel anzufeuern.
Dieses Spiel haben wir 3:0 gewonnen und dementsprechend gut war auch die Stimmung danach.
Youtube videos kommen noch…
Der Homecoming Dance (eine Art Ball) war auch sehr genial. Alle waren ein wenig eleganter gekleidet und es gab einigermaßen hörbare Musik. Eigentlich hatte ich dem DJ, nen Kumpel von mir, versprochen, Rammstein CDs mitzubringen, habs aber vergessen. War trotzdem sehr lustig ![]()
Vor etwa zwei Wochen war ich auf ner „Fall Party“ (Fall = Herbst…) von ner Kumpeline, die sehr weit weg wohnt…. Etwa ne Dreiviertelstunde sind wir mit dem Auto hingefahren. Schon hart, wenn man das jeden Morgen zur Schule und zurück nach Hause fahren muss… Das Haus war auf etwa halber Höhe eines Berges und das einzige weit und breit, aber sehr hübsch. Auf der Party waren noch andere Juniors, inklusive dem Frankfurter Basti (siehe Linkliste links) und auch ein weiterer deutscher Austauschschüler namens Patrick. Er ist zwar in Amerika geboren, jedoch in Berlin Steglitz aufgewachsen und lebt jetzt bei Verwandten in Post Falls, ein Nachbarort von Coeur d’Alene. Anders als Basti und ich macht er den Austausch nicht mit einer Organisation, sondern privat. Aber zurück zur Party: Als erstes haben wir ein Spiel gespielt, bei dem es darum geht, mehr oder weniger nutzlose 2-dollar Geschenke hin und her zu tauschen und versuchen, das beste zu bekommen. Ich hab einen BH bekommen -.- Nicht dass ich den wollte! 1. war der verpackt und 2. wollte keiner mit mir tauschen…und nein, ich hab ihn nicht mitgenommen und aufgehangen, sonder dort in den Bergen gelassen -.-
Ein weiteres lustiges Spiel war, dass sich einer versteckt und alle anderen ihn suchen müssen. Wenn man das Indoor macht ist das ja ganz lustig, aber wenn man das in nem großen dunklen kalten Wald macht, kann das schon ganz schön lange dauern. Jedenfalls hatten wir drei deutsche Austauschschüler dann ein bissle Zeit zum quatschen. Nachdem die versteckte Person schließlich gefunden wurde, waren wir deutsche mit verstecken dran. Und da wir darin schon genug historische Erfahrungen hatten, fiel uns das nicht so schwer. Als uns dann aber nach ner halben Stunde immer noch keiner gefunden hatte (wir sind einfach nen Baum hochgeklettert und haben es uns dort gemütlich gemacht) sind wir den Amis entgegengekommen, wie damals auch…
Dann haben wir noch im Dunkeln Football gespielt und ein wenig am Kaminfeuer gesessen. Sehr netter Tag =).
Auf Dustins Bitte hin erzähl ich mal schnell, wie ich in unserer Kirchengemeinde berühmt wurde: Der Pastor ist ein sehr guter Freund meiner Hostfam und kommt uns deshalb des öfteren besuchen. Ich hab ihn mal meinen Konfirmationsvers gezeigt (Jeremiah 9:23-24, der gleiche den auch mein Kumpel Dustin hat) und er meinte, das wäre einer der besten Verse überhaupt. Auch meine Gastmom war begeistert von diesem Vers. Aber begeistert sein reicht nicht. Am darauf folgenden Sonntag hat mich der Pastor vor der ganzen Gemeinde (etwa 300-400 Leute) auf die Bühne geholt und mich vorgestellt, ich sei Austauschschüler aus Germany etc. Dann hat er mich nach meinen Vers gefragt und ihn vorgelesen und noch mal gesagt, was für ein „incredible“ Vers das doch ist (ich war ziemlich froh, dass ich ihn nicht vorlesen musste, wahrscheinlich hätte mich dann eh keiner verstanden) jedenfalls kannte mich dann so ziemlich jeder…
Konzert
Am Mittwoch, dem 10. Oktober 07 haben alle Schulbands (exklusive Chor) zusammen unter der Leitung von Mr. Depew (andere Leiter gibt es gar nicht) ein Konzert gegeben. Jede Band hat 3-5 Stücke gespielt. Als erstes haben wir als Concert Band die Nationalhymne Amerikas gespielt. Und gerade die Klarinetten, zu denen ich gehöre, haben ein solo im ersten part. Ich hatte mir schon vorgestellt, was die so alles mit mir anstellen würden, wenn ich da irgendwelche Fehler eingebaut hätte, sozusagen als Landesverrat….aber es lief alles gut =) Die Nationalhymne war relativ kurz und danach kam das String Orchester des 6. Klassenjahrgangs. Wir, Concert und Jazzband, waren die letzten Bands des Konzerts. Und das war sehr geil. Hier ein paar Videos (ich weiß nicht, warum Basti, der Kameramann, fast die ganze Zeit auf mich gehalten hat =)
weitere videos folgen noch….
Die Jazzband war die letzte Band. Da hab ich den e-Bass gespielt. Nach dem Konzert sind viele Leute zu mir gekommen und meinten, ich „did a good job!“. Auch Mr. Depew sagte, dass er viel Lob über den Bassisten der Jazzband erhalten hatte =). Jaja, das Konzert war schon toll (By the way: ich bin wohl der erste Austauschschüler, der der Jazz/Concert-band beigetreten ist =)
Und dann war ich auch noch auf ner Geburtstagsparty von gleich 5 Personen. Die Party wurde im 50er Jahre Style gehalten, d.h. Jungs haben weißes T-Shirt und Jeans getragen und die weibliche Sektion trug unsexy Röcke. Es gab einen Kickertisch, was mich dann doch schon überrascht hat =) Basti (der andere deutsche) und ich haben den Amis ein wenig über deutsche Kultur erzählt. War schon sehr lustig, was dabei rauskam. Jedenfalls gibt es jetzt einige Amis, die glauben, dass wir deutschen Hunde essen (die besten sind die Irischen aber Pudel schmecken scheiße), dass wir auf Bäumen leben, Fahrstühle zu unseren Baumwohnungen haben, fliegende Autos haben, kein Hähnchenfleisch essen, weil das zu den abartigsten Dingen der Welt gehört, wir kein Volleyball haben oder kennen, wir kein Fernsehn haben, wir seit 2002 Elektrizität haben aber ziemlich gut mit Computern umgehen können, joa….ich glaub das wars fürs erste….
Leider leider wurden wir dann sehr unglaubwürdig, da wir uns vor lachen nicht mehr einkriegen konnten….
Greetz
.henrik