Fidem meam obligo…

März 30, 2008 by eraemaajaervi

Kurz nach Neujahr habe ich meine Gastfamilie gewechselt. Meine Hostmom, die ja auch in einer Austauschorganisation arbeitet und Schüler, die nach Amerika kommen platziert, meinte, dass ihre Schüler die besten Erfahrungen sammeln, wenn sie über das Jahr in mehr als einer Gastfamilie unterkommen. Also dachte ich mir, mach ich das auch. Meine neue Gastfamilie wohnt zwei Häuserblöcke weiter weg und besteht aus Frank und Laura Augusta, beide um die 50 Jahre alt. Also ich finds hier ganz nett, mir werden alle Freiheiten gelassen und meine alte Gastfamilie besuch ich immernoch ab und zu (ich seh die eh jeden Mittwoch und Sonntag in der Kirche).
Laura war mal Schauspielerin, hauptsächlich im Theater, hat aber auch kleinere Rollen im Fernsehn bekommen. Frank war Techniker bei einer Filmkompanie, über die sie sich dann wohl auch kennen gelernt haben. Mein Schulweg hat sich jetzt zwar auf etwa das doppelte verlängert, aber einige Schüler meiner Schule wohnen hier in der Nachbarschaft.

Vor 5 Wochen hat die Tennis Saison begonnen. Tennis wird hier von der Schule zwar nicht ganz so stark unterstützt wie Basketball oder Volleyball, hat dieses Jahr aber doch mit 18 High School Mitgliedern (9.-12. Klassen) die Höchstzahl erreicht. Jetzt hab ich dreimal in der Woche nach der Schule Tennisunterricht. Anfangs mussten wir in der Sporthalle (die auch gleichzeitig die Aula ist) spielen, da der Schnee sich dieses Jahr viel Zeit ließ. Tennis ist immer sehr lustig, auch wenn nur etwa 10 von uns (mich eingeschlossen) den Ball öfter als zweimal hintereinander übers Netz bekommen. Letzten Donnerstag sollten wir ein Spiel mit einer anderen Schule aus Lewiston (ein noch kleineres Örtchen 200km weiter weg) auf den lokalen Plätzen haben, welches aber ausfiel, da unser Wetter sich als sehr launisch und unentschlossen erwies. Morgens war arschkalt aber strahlender Sonnenschein, Vormittags hats geschneit wie in Sibirien Winter 1937, gegen Mittag kam dann Herbstendestimmung auf und zu der Zeit zu der unser Spiel stattfinden sollte war fast der ganze Schnee wieder ins Walhalla zurückgekehrt. Nur leider haben die das 200km weiter südlich nicht so schnell mitbekommen und unser Spiel blieb ungeschehen. Grad heute heute morgen hat Frau Holle (hat die hier eigentlich nen anderen Namen?) wieder ordentlich Bettdecken auf uns geschmissen, welche am frühen Nachmittag beinahe restlos von unserem Hauptklimawandelverursacher in den Boden gestampft wurden.

Letzte Woche gab es, zum Abschluss des dritten Viertels, ein weiteres Konzert von den Bands der Schule. Wir als Concert- und Jazzband wurden ganz ans Ende geschoben und da viele Leute nur kommen, um ihren kleinen Kindern zuzugucken, waren bei unserem Auftritt nur noch etwa zwei drittel des Publikums übrig geblieben. Deswegen bekommen wir das nächste mal nen eigenen Abend an dem wir unsere phänomenalen musikalisch-akademischen Kenntnisse der Öffentlichkeit präsentieren können.

Was auch schon seit 9 Monaten ein ganz aktuelles Thema ist, sind die Präsidentschaftswahlen im November. Unsere Schülerzeitung „Illuminati“ hat eine „Mock Election“ an unserer Schule durchgeführt, bei der halt jeder Schüler seinen Kandidaten (anonym) wählt und die Daten in der nächsten Ausgabe der Schülerzeitung veröffentlicht wurden. Obwohl wir Austauschschüler keine amerikanischen Staatsbürger sind, haben wir unser Stimmchen abgegeben und somit unsere politisch stark geprägte Meinung ausgiebig vertreten. Einigen Schülern, die das wohl sehr ernst nahmen, schien das nicht soo sehr gefallen zu haben. Wie in Deutschland auch kümmert sich etwa die Hälfte der Jugendlichen so ziemlich sehr überhaupt nicht um den ganzen Präsidentenumzug. Nun bin ich aber an eine akademisch sehr stark geprägte Schule gelangt, an der man geschlachtet wird, wenn man erwähnt, Politik interessiere ihn nicht allzu sehr. Sehr lustig ist auch, dass kaum einer weiß, wer jetzt wirklich noch im Rennen ist und wer schon vorzeitig aufgegeben hat. Ursprünglich waren es wohl um die 17 Kandidaten, von denen wohl 12 oder 13 (oder auch 14) nacheinander ausgestiegen sind. Selbst das Internet hat mehr als nur eine Antwort auf diese Frage. Idaho ist im Grunde genommen eher Republikanisch (womit die Tatsache, dass ich bis jetzt hier nur einen Schwarzen (politisch korrekt: Amerikaner afrikanischer Herkunft) gesehen hab zu tun haben könnte), womit der liebe Herr John McCain (manchmal auch als „zweiter George Bush“ bezeichnet) als Präsidentierender in Frage kommen würde. Wie auch immer, auf meiner Schule jedenfalls hat in allen Klassenstufen, jedem Geschlecht, jeder Herkunft und in allen weiteren Unterunteruntergruppierungen der Demokrat Barack Obama gewonnen, für den ich zufälligerweise auch mein Kreuzchen gesetzt hatte. Ich weiß ehrlich gesagt nicht so genau, ob er wirklich wegen seinen politischen Meinungen gewonnen hat oder schlicht hintergreifend aufgrund der Tatsache, dass er der erste auf der Liste war. Jedenfalls hab ich ein wenig rumgefragt, warum man denn wen wählen sollte und es kamen doch sehr unterschiedliche Antworten bei raus. Meine Lieblingsbegründung: „McCain is SO UGLY i can’t stand it. I do NOT want to look at that face for the next 4 years!“. Ich glaube eine Übersetzung ist hier überflüssig :D Größtenteils aber gab man mir, oder versuchte man mir politisch relevante Gründe zu geben- Aber in Deutschland ist das ja nicht anders. Ja, Barack Obama sieht schon ganz sympathisch aus und seine politischen Pläne auch.

Der gestrigen Abend hat mir ein schwer vermisstes geniales Berlin-feeling verschafft. Ich war mit zwei Kumpels in nem mit Studenten gefülltem Cafe in dem eine kleine total unbekannte Band spielte. Einfach nur dazusitzen, der manchmal ganz guten Musik zu lauschen, umgeben von Menschen die quatschen, irgendwas aufschreiben, nen Kaffee trinken, am Laptop herumfummeln, ein Buch lesen oder auch einfach nur dasitzen und der Musik zuhören hat mich doch sehr an Berlin erinnert und mein Heimweh verstärkt. Die Band heißt Unison, falls es irgendwen interessiert. Und bekannt sind die wirklich nicht, hab im Netz gesucht. Anschließend sind wir Bowlen gegangen. Naja, sagen wir mal ich hab mich ganz gut gehalten. Als dann gegen Ende die Bowlingbahnen eine eine erstaunliche Metamorphose durchliefen und sich in Diskotanzflächen verwandelten (jetzt im übertragenem Sinne, so weit sind die mit der Technologie dann doch nicht voraus) war mein drang nach Erfahrung für den Abend gestillt und ich konnte getrost nach Hause gehen und mich in mein Bettchen (das übrigens sehr groß und beheizt ist) hauen. Welche Erfahrung ich dann am nächsten Morgen gesammelt hab, schrieb ich ja bereits.

Heute Abend war ich auf ner Geburtstagsfeier, die (wieder mal) im Skate Plaza, einer Art Schlittschuhlaufbahn für Inline-Skater und diese Vier-Räder-Rollschuhe (haben die eigentlich einen spezielleren Namen?) statt fand. Sehr viele Treffen der Jugend sind entweder auf der Bowlingbahn oder im Skate Plaza. Aber war trotzdem ganz lustig. Wir haben die Weltkriegsszenarien beim Billard nachgespielt (heißt so viel wie ich hab verloren, zwei mal…).

Morgen geht’s nach Seattle. Ja, das heißt Urlaub. Frühlingsferien für eine ganze Woche! Das wären dann schon die zweite Woche Ferien in diesem Schuljahr (die erste war Weihnachten). Ich hoffe ich werde dann Spannenderes zu erzählen haben.Machts gut leutz, man sieht sich
.henrik

Aut viam inveniam aut faciam.

März 17, 2008 by eraemaajaervi

Wo soll ich anfangen? Der letzte Bericht ist nun schon 4 Monate her und in der Zeit ist so einiges passiert.
Winterzeit in Nord-Idaho ist Snowboardzeit. Fast jeder Jugendlicher hat ein Snowboard und eine Saison-Karte für einen der 3 geläufigen Berge mit Ski- und Snowboardpisten. Da in diesem Jahr so viel Schnee fiel wie in den 8 letzten Jahren nicht gefallen ist, waren die Pisten auch dementsprechend gut besucht. Im Januar hatten wir fast eineinhalb Meter Schnee! Wie gesagt, Rekordbruch der letzten 8 Jahre. Ich hab gehört, dass ihr in good-old-Germany so gut wie gar kein Schnee, dafür aber umso mehr Regen und Sturm (Orkan Emma) hattet =) . Naja, jedenfalls hat uns dieser enorme Schneefall insgesamt 3 freie Tage gebracht (keine Schule, da zu viel Schnee) und einen verkürzten. Alle anderen Schulen hatten ein paar mehr, aber wir Charter-nichts-ist-wichtiger-als-akademische-hardcore-Bildung-Schüler mussten unter der Sturheit unseres Schulleiters leiden. Was solls. Jetzt bricht gerade der Frühling an und der Schnee hinterlässt seine Seen.
Snowboarden:
Insgesamt war ich 5 mal schneebrettern. Zweimal auf nem Berg „Lookout“ gennant, zweimal auf „Silver Mountain“ und einmal auf dem „Mount Spokane“. Am besten hat mir der Siberberg (Silver Mountain) gefallen, nicht nur weil ein guter Kumpel der Sohn der Managerin ist und mir freie Karten besorgen kann ;) Lookout ist so der Berg für den kleinen Geldbeutel (wobei alle Berge [und Verleihe] billiger sind als in Deutschland) weswegen die meisten Teenies sich dort die Hänge hinabstürzen. Auf dem Mount Spokane war ich nur weil wir dort Rabatt bekommen haben (10$ ~7.4€). Aber der beste, schönste und teuerste Berg ist der „Schweitzer“, auf dem ich noch nicht war (und auch wahrscheinlich nicht sein werde). In der Galerie (Snowboarden) ist halb-Panoramabild vom Silver Mountain, der Ausblick war genial. Am Abend, als die Sonne unterging war es sogar besser. Die Berge im Hintergrund, angeschienen von der Abendsonne, Wald und Bäume um dich herum, ein kleines Dörfchen unten im Tal….bei solchen Aussuchten merke ich, dass es eigentlich genau das ist, wo ich schon immer hin wollte. Genug emotionale Ausdrücke.
Neben dem Snowboarden konnte man hier eigentlich nicht weiter viel machen. Im Grunde genommen nichts weiter. Ab und zu war mal ne kleine Geburtstagsparty (zu dem Ausdruck „Party“ später mehr) aber doch wesentlich weniger als gegen Anfang des Austauschjahres (da war etwa jedes Wochenende irgendwo eine). Und wenn man dann auch noch kein Auto hat, bzw keine Berechtigung hat, eines zu fahren kann sich der Winter schon ein wenig hinziehen…
Weihnachten war toll und traurig zugleich. War halt mein erstes Weihnachten ohne die gewohnte family um mich rum. Aber schön war es trotzdem. Schon eineinhalb Monate vor dem eigentlichen Heiligabend stapelten sich die Geschenke unter dem reichlich beschmückten Plastik-Weihnachtsbaum (der immerhin schon 20 Weihnächte erlebt hatte =). Ich hatte mir zwar fest vorgenommen, die Geschenke diesmal frühzeitig zu organisieren, hab letztendlich aber doch den traditionellen Weg gewählt (wenn auch eher weniger gewollt) und die Geschenke in der Woche vor Heiligabend eingekauft. Zumindest fiel das Fehlen meiner Geschenke unter dem Weihnachtsbaum nicht weiter auf. Aber ich kann sagen, dass ich hier nicht der einzige Geschenke-auf-dem-letzen-Drücker-Einkäufer bin =)
Geschenke werden hier erst am Morgen des 25. Dezembers ausgepackt (wobei die Zwillinge+Landon schon 4 Tage vorher angefangen hatte –> demzufolge musste ich auch =). Am Abend des 24. lud meine family eine andere Familie (die kennen sich schon seit wasweißich …15 Jahren..?) zu einem Crab-Essen (nein, nicht crap….) ein. War sehr lecker =)
Als ich am nächsten Morgen aufwachte (naja, aufgeweckt wurde..) waren die anderen schon am auspacken (hatte aber nicht viel verpasst). Meiner Gastmom hatte ich diese Duftöle geschenkt (mir wurde erzählt, dass sie darauf steht, schien zu stimmen), mein Hostdad hat nen Geschenkegutschein für das Bauhaus bekommen, in dem er immer seine Farbe einkauft (er ist Maler [also nicht der Künstlermaler...]), Crosby hat nen T-shirt auf dem „Those who say they know everything annoy those of us who do.“ steht (ich mag den Spruch = D), meine Zwillingshostbrothers haben eine Xbox bekommen (nein, keine xbox360, ein Freund hat mir seine alte für einen sehr guten Preis verkauft) und dazu noch ein paar Spiele, Landon hat niedliche rosa Handschuhe bekommen (wenn ich niedlich sage will das schon was heißen) und Leslie einen mp3player (nein, keinen 200$ iPod….).
Ich selbst bekam viel zum anziehen (ich hatte einen Großteil meine Kleidung zerstört indem ich Bleicher anstatt Waschmittel in die Waschmaschine gekippt hatte [es war 6:10 morgens!!!] aber da möchtet ihr mich bitte nicht drauf ansprechen…), einen Gitarrenständer (meine Gitarre war dankbar), einen Drucker (für SchoolWork), Handschuhe, ne Mütze und ein paar Schuhe. Naja, alles in einem ein erfolgreiches Weihnachten. Aus Deutschland bekam meine Family auch noch Geschenke und 2 Tonnen Süßigkeiten. Ja, deutsches Süßzeug ist hier doch sehr begehrt. Basti (der andere deutsche Austauschschüler aus Frankfurt) und ich bringen ab und zu etwas zur Schule (wasweißich, ne Tüte Haribo Zeug oder so) welche dann doch relativ schnell geleert wird. Amerikanische Süßigkeiten sind jetzt nicht ganz so mein Ding. Die Schokolade ist meist ein wenig trocken und so Sachen wie Gummibärchen (überhaupt alles, was Gelatine enthält) sind ziemlich klebrig und schwierig von den Zähnen abzukratzen. Aber das heißt nicht, dass es hier nicht auch gute Süßigkeiten gibt. Die American Cookies schmecken hier z.b. noch besser als die bei uns von Aldi :D
Nach Weihnachten komm Neujahr. Ich war Silvester zusammen mit ein paar Charter Leuten (so nennen wir unsere Mitschüler) bei ner Freundin, etwas weiter weg. Ich bin mit Luke (wohnt fast nebenan) hingefahren. Wir wollten (sollten) Wunderkerzen mitbringen, was sich dann doch als schwieriger erwies als gedacht. Wir haben in insgesamt 5 Läden nach Wunderkerzen gefragt und keine gefunden. Überhaupt schien New Years Eve eher aus Tischfeuerwerk zu bestehen, welches auch verglichen mit Deutschland ziemlich teuer war. Also mussten wir ohne Wunderkerzen auskommen. Wir haben dann noch die Pizzen abgeholt (sehr lecker, aber etwa 10€ pro Pizza. Aber dass der Laden die Auszeichnung für den besten Pizzabäcker Nord Idahos bekommen hat, fand ich doch schon ein bissle traurig…), haben uns dann zwei Filme angesehen (der eine davon hätte glatt ne Kopie von „Jeepers Creepers“ sein können. einige von euch wissen, was ich meine ;-) ) und um 12:00 gabs dann Apple Cider anstelle von Sekt zum anstoßen. War ganz lustig, aber auf den deutschen Neujahrsparties ist einfach mehr los.
Ich hoffe ihr hattet alle ein schönes Weihnachtsfest und seid gut ins neue Jahr gerutscht. Ich hab doch das Gefühl, 
so einiges in Dland verpasst zu haben
(wie z.b. die Geburt meiner Schwester Marie) und bin mittlerweile bereit, wieder nach hause zukommen, doch dazu mehr im nächsten Teil (sollte in zwei/drei Tagen fertig werden).

Grüße
.henrik

C’est la vie

November 4, 2007 by eraemaajaervi

Ich dachte, es ist mal wieder an der Zeit, einen kurz über mein Leben hier im Amiland zu berichten. Eigentlich dachte ich das auch schon vor etwa nen Monat, aber naja…

So, wo fange ich an? Vielleicht mit meiner momentanen Situaion D
Im Moment bin ich im Haus meines Jazz- und Concertband Teachers Mr. Depwew, der mich für ne Woche aufgenommen hat, da meine Gasteltern Daniella und Jeff für ne Woche nach Las Vegas gereist sind. Ist ganz cool hier, hat man seine ruhe vor all den Kindern. Mr. Depew hat ein Kind, fast 2 Jahre alt, namens Henry, eine Frau, die ihr Geld mit kochen verdient (aber keine Köchin, sonder eine art Partymanagerin und dementsprechend gut ist hier auch das Essen) und lebt näher an der Downtown von Coeur d’Alene, aber dafür weiter weg von der Schule (aber er fährt ja eh jeden morgen hin und ich mit).
Gestern Abend bin ich mit einigen Juniors (11.Klässlern) aus meiner Schule an einem Maisfeld gewesen, dass zu einer Halloweenattraktion umgebaut wurde: für gerade mal 8$ (etwa 6,50€) kann man durch dieses recht hoch gewachsene labyrinthartige Maisfeld laufen und sich von interessanten Figuren erschrecken lassen :D . In dieses Maisfeld wurden kreuz und quer Wege „gebaut“ und man hatte wirklich Schwierigkeiten, sich zu orientieren. Und dann kamen wie gesagt noch Figuren ausm Mais gesprungen, die aus irgend einem Horrorfilm entprungen sind.

Jaja, ist schon lustig, womit sich die Amis so die Zeit vertreiben =).

Heute Abend werde ich noch auf eine Halloweenparty gehen (als Kostüm zieh ich meine Schuluniform an), wird schon lustig werden D

Aber jetzt mal ein bissle was von dem bereits geschehenen.

Ne halbe Ewigkeit zurück liegt auch der „Labor Day“, sozusagen der amerikanische Tag der Arbeit. An diesem Montag hatten ich schulfrei und bin mit meiner Hostfam zu einer Grillparty gefahren. Die Familie, bei der das stattfand hat nen hübsches Haus am See, umgeben von den Rockys (zumindest glaub ich, dass es die Rockys sind). Und wer ein hübsches Häuschen an nem hübschen See hat, der hat auch ein hübsches Boot und ein hübsches Jet-Ski. Und wer ein hübsches Jet-Ski hat, lässt auch seine Gäste damit übern See kurven. Und das war genial. Wir (meine Hostsis and me) sind mit Vollspeed übern See gefahren und das für vllt 3 Stunden. Jaja, war schon lustig. Leider waren da auch noch andere Gäste…Aber der Tag war sehr cool, nicht nur wegen dem Jet-Ski.
Jede amerikanische Schule hat ein Hauptsportteam, das bei jedem Spiel von beinahe der gesamten Schule angefeuert wird. Bei den meisten Schulen ist es Football, Baseball oder Basketball und bei fast allen betrifft das nur die männliche Mannschaft. Bei meiner Schule ist es das Mädchen-Volleyball Team. Das heißt, dass ich jetzt schon auf ungefähr 5 Volleyballspielen unserer Mannschaft war und auch auf dem Homecoming Game.
Kurze Definition von Homecoming: Jeder dieser Schulhauptsportarten hat eine Saison, in der das Team durch den Staat reist und gegen jedes andere Team spielt, dass ihm in den Weg kommt. Am Ende dieser Saison, wenn das Team zurück zur Heimatstadt kommt, gibt es das letzte Spiel, das Homecoming Game. Nach diesem Homecoming Game gibt es eigentlich immer einen Homecoming Dance und alle sind verrückt….
Und ich war wie gesagt auf diesem Homecoming Game, wie fast jeder andere Schüler von meiner Schule. Auch wenn unsere Schule nicht sehr groß ist, kann sie verdammt lauten krach machen, wenn es darum geht, unsere Volleyballgirls bei ihrem Homecoming Spiel anzufeuern.
Dieses Spiel haben wir 3:0 gewonnen und dementsprechend gut war auch die Stimmung danach.
Youtube videos kommen noch…

Der Homecoming Dance (eine Art Ball) war auch sehr genial. Alle waren ein wenig eleganter gekleidet und es gab einigermaßen hörbare Musik. Eigentlich hatte ich dem DJ, nen Kumpel von mir, versprochen, Rammstein CDs mitzubringen, habs aber vergessen. War trotzdem sehr lustig D

Vor etwa zwei Wochen war ich auf ner „Fall Party“ (Fall = Herbst…) von ner Kumpeline, die sehr weit weg wohnt…. Etwa ne Dreiviertelstunde sind wir mit dem Auto hingefahren. Schon hart, wenn man das jeden Morgen zur Schule und zurück nach Hause fahren muss… Das Haus war auf etwa halber Höhe eines Berges und das einzige weit und breit, aber sehr hübsch. Auf der Party waren noch andere Juniors, inklusive dem Frankfurter Basti (siehe Linkliste links) und auch ein weiterer deutscher Austauschschüler namens Patrick. Er ist zwar in Amerika geboren, jedoch in Berlin Steglitz aufgewachsen und lebt jetzt bei Verwandten in Post Falls, ein Nachbarort von Coeur d’Alene. Anders als Basti und ich macht er den Austausch nicht mit einer Organisation, sondern privat. Aber zurück zur Party: Als erstes haben wir ein Spiel gespielt, bei dem es darum geht, mehr oder weniger nutzlose 2-dollar Geschenke hin und her zu tauschen und versuchen, das beste zu bekommen. Ich hab einen BH bekommen -.- Nicht dass ich den wollte! 1. war der verpackt und 2. wollte keiner mit mir tauschen…und nein, ich hab ihn nicht mitgenommen und aufgehangen, sonder dort in den Bergen gelassen -.-
Ein weiteres lustiges Spiel war, dass sich einer versteckt und alle anderen ihn suchen müssen. Wenn man das Indoor macht ist das ja ganz lustig, aber wenn man das in nem großen dunklen kalten Wald macht, kann das schon ganz schön lange dauern. Jedenfalls hatten wir drei deutsche Austauschschüler dann ein bissle Zeit zum quatschen. Nachdem die versteckte Person schließlich gefunden wurde, waren wir deutsche mit verstecken dran. Und da wir darin schon genug historische Erfahrungen hatten, fiel uns das nicht so schwer. Als uns dann aber nach ner halben Stunde immer noch keiner gefunden hatte (wir sind einfach nen Baum hochgeklettert und haben es uns dort gemütlich gemacht) sind wir den Amis entgegengekommen, wie damals auch…
Dann haben wir noch im Dunkeln Football gespielt und ein wenig am Kaminfeuer gesessen. Sehr netter Tag =).

Auf Dustins Bitte hin erzähl ich mal schnell, wie ich in unserer Kirchengemeinde berühmt wurde: Der Pastor ist ein sehr guter Freund meiner Hostfam und kommt uns deshalb des öfteren besuchen. Ich hab ihn mal meinen Konfirmationsvers gezeigt (Jeremiah 9:23-24, der gleiche den auch mein Kumpel Dustin hat) und er meinte, das wäre einer der besten Verse überhaupt. Auch meine Gastmom war begeistert von diesem Vers. Aber begeistert sein reicht nicht. Am darauf folgenden Sonntag hat mich der Pastor vor der ganzen Gemeinde (etwa 300-400 Leute) auf die Bühne geholt und mich vorgestellt, ich sei Austauschschüler aus Germany etc. Dann hat er mich nach meinen Vers gefragt und ihn vorgelesen und noch mal gesagt, was für ein „incredible“ Vers das doch ist (ich war ziemlich froh, dass ich ihn nicht vorlesen musste, wahrscheinlich hätte mich dann eh keiner verstanden) jedenfalls kannte mich dann so ziemlich jeder…

Konzert
Am Mittwoch, dem 10. Oktober 07 haben alle Schulbands (exklusive Chor) zusammen unter der Leitung von Mr. Depew (andere Leiter gibt es gar nicht) ein Konzert gegeben. Jede Band hat 3-5 Stücke gespielt. Als erstes haben wir als Concert Band die Nationalhymne Amerikas gespielt. Und gerade die Klarinetten, zu denen ich gehöre, haben ein solo im ersten part. Ich hatte mir schon vorgestellt, was die so alles mit mir anstellen würden, wenn ich da irgendwelche Fehler eingebaut hätte, sozusagen als Landesverrat….aber es lief alles gut =) Die Nationalhymne war relativ kurz und danach kam das String Orchester des 6. Klassenjahrgangs. Wir, Concert und Jazzband, waren die letzten Bands des Konzerts. Und das war sehr geil. Hier ein paar Videos (ich weiß nicht, warum Basti, der Kameramann, fast die ganze Zeit auf mich gehalten hat =)

weitere videos folgen noch….

Die Jazzband war die letzte Band. Da hab ich den e-Bass gespielt. Nach dem Konzert sind viele Leute zu mir gekommen und meinten, ich „did a good job!“. Auch Mr. Depew sagte, dass er viel Lob über den Bassisten der Jazzband erhalten hatte =). Jaja, das Konzert war schon toll (By the way: ich bin wohl der erste Austauschschüler, der der Jazz/Concert-band beigetreten ist =)

Und dann war ich auch noch auf ner Geburtstagsparty von gleich 5 Personen. Die Party wurde im 50er Jahre Style gehalten, d.h. Jungs haben weißes T-Shirt und Jeans getragen und die weibliche Sektion trug unsexy Röcke. Es gab einen Kickertisch, was mich dann doch schon überrascht hat =) Basti (der andere deutsche) und ich haben den Amis ein wenig über deutsche Kultur erzählt. War schon sehr lustig, was dabei rauskam. Jedenfalls gibt es jetzt einige Amis, die glauben, dass wir deutschen Hunde essen (die besten sind die Irischen aber Pudel schmecken scheiße), dass wir auf Bäumen leben, Fahrstühle zu unseren Baumwohnungen haben, fliegende Autos haben, kein Hähnchenfleisch essen, weil das zu den abartigsten Dingen der Welt gehört, wir kein Volleyball haben oder kennen, wir kein Fernsehn haben, wir seit 2002 Elektrizität haben aber ziemlich gut mit Computern umgehen können, joa….ich glaub das wars fürs erste….
Leider leider wurden wir dann sehr unglaubwürdig, da wir uns vor lachen nicht mehr einkriegen konnten….

Greetz
.henrik

MySchool

September 12, 2007 by eraemaajaervi

Soooo, es ist mal wieder Zeit, einen neuen Bericht anzufertigen.
Mir geht’s hier weiterhin sehr gut. Die Schule ist sper, die Familie ist super und der Rest auch. Zuerst die Familie:
Sie besteht aus Landon (3Jahre alt), den Zwillingen Gable & Grayson (8 Jahre), Crosby (16 Jahre), Leslie (18), den Eltern Daniella & Jeff und mir. Die älteste Tochter Shastina ist schon verheiratet, hat ihre eigene Wohnung und ist mitm 2. Kind schwanger.
Die Kinder sind alle homegeschoolt. Mehr dazu später.

Die Schule:
Ich geh auf die Coeur d’Alene Charter School (www.cdacharter.org). Charter heißt, dass sie von Gesamtniveau etwas höher ist als die “herkömmlichen“ High Schools. Etwas ist gut….Ich find die Schule viel schwieriger als meine in Berlin. Die Schule besteht aus etwa 400 Schülern, existiert seit 1999 und hat ne Spitzeneinrichtung. Mein „Schedule“ (Stundenplan):

0. Period – Jazz / Concert Band 24 Schüler
Beginnt um 7 Uhr, weswegen ich auch schon um 5:30 aufstehen muss…Aber das war mein eigener Wunsch! Ich hab meiner Gastmom gesagt, dass ich unbedingt in einer der Schulbands sein will. Sie meinte, dass sie mich um diese Zeit jedenfalls nicht zur Schule bringen wird. Aber der Leiter der beiden Bands (Mr. Depew) fährt jeden Morgen hier am Haus vorbei und nimmt mich dann zur Schule mit. Beide Bands bestehen aus etwa 25 Leuten vom 9th bis 11th Grade.
Die Stücke die wir spielen sind anspruchsvoll. Aber die Schüler spielen diese komplizierten Noten vom Blatt…. Ich muss da mit meiner kleinen Klarinette noch ein wenig viel üben…
Die Musik klingt in dieser Besetzung einfach geil. (Ich stell  noch ne Aufnahme online)

1. Period – Computer Sience 7 Schüler
Am Anfang jeder 1. Stunde hält der Schulleiter über kleine Lautsprecher, die in jedem Raum angebracht sind, erst mal jeden Morgen die Pledge of Allegiance, die dann alle Schüler mit aufsagen (ich kann die immer noch nicht auswendig…) und liest dann die Announcements (Nachrichten [zumindest glaub ich, dass er die vorliest]) vor. Und dann erst geht der eigentliche Unterricht los (dauert etwa immer 5 mins). Im Moment lernen wir die komplette Anatomie eines Computers. Der Lehrer, Mr. Bass, hat uns ältere Rechner gegeben, die jetzt mehr oder weniger uns gehören. Mit den können wir machen, was wir wollen. Wir können die sogar komplett zerstören, wenn wir wollen! Allerdings könnten wir dann nicht mehr die Aufgaben erledigen…Auch ansonsten machen wir ganz coole Sachen. Z.B. hat Mr. Bass ne (gar nicht mal so alte) Festplatte aufgeschraubt und dann laufen lassen. Und dann meinte er (auf englisch natürlich) „folgendes Geräusch möchtet ihr nie von eurer Festplatte hören“ und kratzte mit seinem Schraubenzieher auf der laufenden Festplatte rum…..ich fands gut. In dem ersten Test hab ich 98 (von 100) punkten bekommen. Nur so am Rande: Die Schule hat etwa 40Brandneue 3GHz Intel Centrino Dual Core Laptops, jeder einzelne im Wert von etwa 1000$ plus ca. 30 nicht minder fette Rechner, also insgesamt ~70 spitzen PCs für etwa 400 Schüler….

2. Period – Latin II 22 Schüler
Sehr lustig. Die Schüler kennen fast alle Deklinationen und Konjugationen (und was man halt sonst so können muss) auswendig. Die Lernmethode ist sehr amüsant: und zwar singt die Lehrerin (Mr. Mugleston) die ganzen Endungen etc. einfach in einer Kindermelodie (und die Schüler singen mit). So werden die Endungen der Personalpronomina (qui, quae, quod etc.) in der Melodie vom Amerikanischen Bruder Jakob gesungen. Diese Lernmethode ist zwar gewöhnungsbedürftig aber sehr effektiv!

3. Period – American Literature AP  20 Schüler by Dr. Proser
Wir lesen grad das Buch „Grapes of Wrath“ von John Steinbeck. Ein tolles Buch, ein grausames Englisch, zumindest für mich… Dieses Buch zu lesen ist schwierig, da der Herr Steinbeck (übrigens zur Hälfte deutsch) sich die Mühe gemacht hat und die verschiedenen Dialekte und Aktzente eingebracht hat. Im Unterricht diskutieren wir die Hintergründe dieses Buches, z.B. dass zu der Zeit damals das friedliche Farmleben in Oklohoma dem Kapitalismus weichen musste, welchen Steinbeck als schlecht und böse darstellt.
By the way: AP heißt „Advanced Placement“, d.h., dass es am Ende des Schuljahres einen Test gibt, der 84$ kostet und, falls bestanden, fürs College gilt. Der Test ist allerdings freiwillig, mir wird der nichts bringen, aber die Amis machen die AP class deswegen. College Niveau = hohes Niveau!

4. Period – Calculus AP 10 Schüler
Wieder Advanced Placement, wieder am Ende einen mehr oder weniger freiwilligen 84$ Test fürs College (dann muss man dort kein Calculus mehr belegen). Auch sehr schwierig, aber man kommt durch. Ist schon kompliziertere Mathematik. Aber der Lehrer (Mr. Bass again) ist cool. Unser Buch, natürlich ein Colegebuch, hat um die 2300 Seiten….Mr. Bass hat mir nen richtig guten Graphic Calculator gegeben, der so ziemlich alles kann, man muss nur wissen, wie…in dem Kurs sind ganze 3 Jungs!

Lunch!
Es gibt jeden Tag was warmes zu essen für 1$ bis 3$. Meistens Pizza. Sehr lecker das alles und da ich morgens (5:30) meistens kein Bock hab, mir was zu essen zu machen, nutz ich diesen Service meistens auch. Lunch dauert etwa 25min.

5. Period – Honor Physics 13 Schüler
Einfach nur geil. Ständig Praxis, alle verstehns, superinteressant usw. Wieder bei Mr. Bass, meinem favourite teacher (geht ja nicht anders…) Der Typ kann einfach alles, was interessant ist und Spaß macht :-) Er wurde zum Teacher Of Year gewählt (http://cdacharter.org/teacherofyear.htm). Was da steht ist verdammt amazing…

6. Period – Study Hall in German Class 7 Schüler
Study Hall heißt eigentlich, dass man sich in die Ecke setzt und brav seine Hausaufgaben macht und das Gelernte verarbeitet, wiederholt, whatever…Aber das ist verdammt lustig! Den Amis zuzuhören, wie sie Deutsch lernen! So verdammt lustig! Ich hab ein paar Unterrichtsstunden aufgenommen, ich werd die Files noch schneiden und ins Netz stellen, ebenso einige Arbeitsblätter, damit ihr mir auch wirklich glaubt. Das ist das erste Jahr, in dem Deutsch unterrichtet wird. Mr. Strong, der Lehrer, lebte (vor langer Zeit) ne lange Zeit in Bayern/Lichtenstein und spricht gut deutsch. Einfach nur amüsant die Stunde.

Dann ist Schluss. Ab und zu hab ich noch Tennis (im Herbst sind die Übungszeiten unregelmäßig, da das eigentliche Training erst im Frühling anfängt).

So viel zur Schule, zu meiner Familie, meinem Alltag und den ganzen Rest werd ich noch berichten. Sich hinzusetzen und nen Text zu schreiben ist doch schwieriger als ich dachte…

greetz³³
Henrik

Trip to USA

August 27, 2007 by eraemaajaervi

So, endlich bin ich nun in meinem neuen Zuhause. Aber der Weg hierher ist auf jedenfall erwähnenswert… .

Am Samstag um 11:15 bin ich mit Thao Vy, einer Mitschülerin aus meiner Klasse, die ebenfalls in den USA ein Austauschjahr macht (auch auf dieser Seite zu finden), durch die Sicherheitskontrollen gegangen.
Die Verabschiedung war groß, jeder hatte seine Freunde herbestellt. Nach mehrmaligem „Auf Wiederseh“ begannen wir dann den Weg zum neuen vorläufigen Zuhause. Wir haben das so organisiert, dass wir den gleichen Flug nehmen, von Berlin Tegel nach New York (JFK), von dort aus weiter nach Salt Lake City und dort sollten sich unsere Wege dann trennen. Während ich nach Spokane weiterfliegen sollte, würde sie nach Lewiston fliegen. Jeder eben zu seiner Gastfamilie.
So weit der Plan… .
Ein weiterer Austauschschüler, Tim, von derselben Organisation wie Thao Vy und dessen Gastmutter die Tochter von Thao Vys Gastmutter ist, hatte denselben Flug wie sie.
Der achtstündige Überseeflug war im Grunde genommen recht angenehm, die Stewardessen sahen nur ein bissle veraltet aus… . Irgendwann haben wir auch noch kleine Zettel für den Zoll (man muss die Gastgeschenke und deren Kosten kennen!) und bezüglich unseres Visums ausgefüllt.
In New York angekommen (ein Nackenkissen ist sehr zu empfehlen!) wurden wir im Flughafenkeller durch viele Gänge Richtung Visakontrolle getrieben. Dort war es voll. Sehr voll. Etwa eine Stunde warteten wir, bis wir kontrolliert wurden. Wir mussten das Gepäck abholen und durch den Zoll bringen (muss man übrigens immer beim ersten amerikanischen Flughafen machen!), wieder abgeben und noch mal darauf warten, dass wir selber durchsucht und durchleuchtet werden. Das hatte was von Viehtreiben. Es wurde schon knapp mit der Zeit. Unser Anschlussflug sollte um 4:35pm gehen. Als wir da mal wieder in der Reihe standen, war es 4:20pm. Ein Sicherheitsbeamter hat noch in die Runde gefragt, ob irgendjemand einen Flug vor halb 5 nimmt. Wir haben uns gemeldet, dass wir fünf Minuten nach halb 5 fliegen, aber das hatte den Mann nicht sonderlich beeindruckt. Er meinte, das ginge in Ordnung.
Nachdem wir bei der Sicherheitskontrolle all unser Hab und Gut vom Leibe genommen und in graue Plastikschalen getan, unsere Schuhe ausgezogen, unsere Laptops ausgepackt, uns von Metalldetektoren durchleuchtet lassen und anschließend alles wieder angezogen und an uns genommen hatten, eilten wir zu Gate 26, weil das auf unseren Boarding-Cards so drauf stand. Die Zeit war schon ziemlich knapp doch an Gate 26 erzählte man uns, der Flug gehe von Gate 02. Also noch mal den ganzen weiten Weg zurückgerannt. Aber wir waren zu spät. Unser Flieger war schon weg. Völlig entsetzt haben wir uns von dem Menschen am Gate 02 sagen lassen, was wir nun tun sollen. Er schickte uns zum Service Point. Wieder mal waren wir nicht die einzigen dort…also noch mal warten. Aber nun hatten wir ja keine Eile mehr… .
Als wir endlich dran waren, erklärten wir der Service-Frau unser Problem. Das schien öfter vorzukommen…Ich war sehr erstaunt über die Gelassenheit dieser Person; Ca. 20 Leute waren völlig aufgebracht, weil sie ihren Flug verpasst, Boarding-Card verloren oder sonst was haben und sie schaffte es trotzdem, so extrem langsam zu arbeiten…Sie hat zwar etwa 5 Leute gleichzeitig bedient, war aber trotzdem so langsam mit ihrem Tun… .
Dann drängelte sich auch noch eine völlig empörte Reisegruppe aus Russland vor, die ebenfalls ihren Flug verpasst hatten. Nach einigen heftigen Diskussionen mit der Servicefrau haben sie sich dann doch hinten angestellt….
……nachdem wir dann noch etwa 2 stunden gewartet haben, bekamen wir dann unsren Flug. Am nächsten Morgen um 11 Uhr, aber von einem anderen New Yorker Flughafen sollte er gehen. Wir haben uns dann noch ne halbe stunde mit den Payphones rumgeschlagen um alle unsere Gast- und Eltern anzurufen, und letztendlich doch alle über Tims Handy telefoniert….
Die Gastmutter von Tim, die aufgrund ihres Verwandtschaftsgrades auch gleich die Rolle von Thao Vys Gastmutter übernommen hatte, wollte uns ein Hotel organisieren. Tim hatte ihr schon etwa 1 ½ stunden zuvor über unser Pech aufgeklärt und sie war so freundlich und hat per Telefon parallel einen anderen Flug für ihn und Thao Vy gebucht……dafür verfluche ich sie jetzt….aufgrund dieser Aktion kann ich sie nicht leiden, obwohl ich sie weder gehört noch gesehn hab…..Tatsache war nun, dass Thao Vy und Tim nun zwei Flüge hatten und einer der beiden nun storniert werden musste…..also wieder zum Service Point, aber diesmal ein anderer, schnellerer. Wir haben mit dem Menschen dort gesprochen und er hat per Handy mit der Tims Gastmom gesprochen. Er erklärte ihr, dass der Flug, den der Service Point gebucht hatte nichts kostet aber der Flug, den sie gebucht hat Gebühren kosten. Irgendwas um die 200 U$. Aber sie bestand darauf, dass ihr Flug genommen wird, der zwar ne stunde früher geht, aber 2 Stunden später als der Flug vom Service Point ankommt…Abgesehen davon würden wir nicht mehr zu dritt Fliegen, sondern die beiden und ich separat.
Nach weiteren 4 Stunden Diskussionen und Überlegungen sind wir zum Baggage Office gegangen, um nach unserem Gepäck zu fragen. Uns wurde erzählt, es sei noch in New York und würde mit unserem Flug durchgecheckt werden.
Endlich, nach insgesamt etwa 8 Stunden auf dem JFK Flughafen in New York, gingen wir das Hotel aufsuchen, dass uns die arrangierte Gastmom gebucht hat. Also ab zum Taxistand und zum JFK-Inn (das Hotel) gefahren. Angeblich wusste der Taxifahrer nicht genau, wo das ist, hat also noch ein paar Extrarunden gedreht, meiner Meinung nach nur, um mehr Kohle abblechen zu können. Ich hab die 17, 45 $ ohne das kleinste Trinkgeld bezahlt (also vorerst für uns drei zusammen).
Das Hotel sah schäbig aus, die Gegend auch. Hatte so ein bissle was von Ghetto. Das Hotel selber machte zuerst den Eindruck eines Stundenhotels (war aber keins!)…Als Tim noch mal seine Gastmom anrief, um zu erfahren, wie wir nun vorgehen sollten, hatte sie plötzlich grad keine Zeit und wollte in 10 mins zurückrufen. Als sich nach einer Dreiviertelstunde noch keiner gemeldet hatte, rief Tim noch mal an. Sie hat kein Wort über ihren vergessenen (oder verdrängten) Rückruf verloren und meinte, wir sollen einfach zur Rezeption gehen und ein Zimmer bestellen. Auf die Anfrage hin, was mit den Kosten sei meinte sie, dass wir das selber bezahlen sollen und sie nichts davon bezahlen würde. Ich-kann-sie-nicht-leiden….Das Zimmer hat satte 155$ gekostet, also etwa 50$ für jeden. Am Service Pointauf dem Flughafen hatte man uns ein Hotel genannt, das „nur“ 100$ gekostet hätte, aber Frau Tims Gastmutter wollte ja, dass wir in dieses hier gehen… Hungrig, weil keiner in dieser Gegend nach einem Fresstand suchen wollte, gingen wir dann ins Bett. Da Frau Gastmuttter darauf bestanden hatte, dass wir um 7 Uhr morgens am Flughafen mit Seat Request Karten (d.h. falls ein Flugpassagier nicht kommt, kommt man mit dieser Karte rein) standen wir um 4 Uhr auf, konnten glücklicherweise wenigstens unsere Zähne putzen, weil wir diese Päckchen vom Transatlantikflug mitgenommen hatten (waren halt Feuchtigkeitscreme, Zahnpasta, Zahnbürste, Kopfhörer, Schlafbrille drin). 5 Uhr waren wir dann (nach dem Sicherheitcheck) wieder auf dem Flughafen, haben dann noch mal 1 ½ Stunden mit einer Service Frau diskutiert, ob es nicht doch irgendwie möglich wäre, dass wir drei zusammen fliegen. Sie war dann so nett und hat mir ebenfalls eine Seat Request Karte nach Salt Lake City gegeben.
Voller Hoffnung zum Gate gegangen war das Flugzeug natürlich voll. Alle Passagiere da. Wir wurden zu einem anderen Gate geschickt, um da wieder mit Seat Request unser Glück zu versuchen. Auch dieser Flug nach Salt Lake City war voll.
Gut, also wieder warten, aber diesmal auf unsere gebuchten Flüge. Als ich noch mal meine Boardkarten kontrollierte fiel mir auf, dass diese verdammt Frau vom Service Point meinen Flug umgebucht hat, zwar vom JFK Flughafen aus aber eine Stunde später als mein vorheriger! Und ich sollte 2 Stunden später ankommen! Ich hab sie verflucht! Warum bucht sie meinen Flug einfach um? Ich hab ihr doch mehrere male Klipp und Klar gesagt, dass ich den Flug will, der am frühsten in Spokane, meinen Zielflughafen, ankommt, haben will!! Ich war kurz davor, zurückzugehen und sie anzuschreien, ich war fertig mit meinen Nerven. Aber dann hätt ich noch mal durch die Sicherheitskontrolle gemusst. Das ist übrigens eines meiner neuen Hobbys geworden, all mein Hab und Gut in graue Plastikschalen zu packen, Laptop und externe Festplatte auszupacken, Schuhe und Gürtel auszuziehen, mich abtasten zu lassen, Schuhe, Jacke, Gürtel, Brusttasche wieder anzuziehen, Laptop und Externe Platte wieder einzupacken, Rucksack zu satteln, Gitarre aufzusetzen….
Da wir ja jetzt wieder mal Zeit hatten, sind wir noch mal zum Baggage Office gegangen, um nach unserem Gepäck zu fragen. Dort hat man uns erzählt, dass Thao Vys und Tims Gepäck in Salt Lake City und meins in Spokane ist…schön organisiert das Ganze….Wieder durch die Sicherheitskontrollen, ausziehen, anziehen und zum Gate 28.
Um 11 Uhr hab ich Thao Vy und Tim verabschiedet und mich dann auf zu meinem eigenen Gate gemacht. 2 Stunden hatte ich ja noch Zeit. Thaos uns Tims Flugroute war nun New York -> Colorado -> Salt Lake City -> Clarkston, meine eigene New York -> Atlanta -> Salt Lake City -> Spokane. Ich flog zwar 1 ½ Stunden später ab, sollte aber 2 Stunden früher ankommen. Und Clarkston und Spokane liegen grad mal 150km auseinander.
Der Flieger, in den ich dann einstieg war klein. Sehr klein. Für meine Gitarre war da kein Platz, musste ich also noch zu Gepäck aufgeben. Es hat sehr geschmerzt, da ich wusste, dass sie die nächsten 2 ½ Stunden bei –17°C verbringen wird.
Ansonsten war der Flug ganz angenehm, hab ein bissle mit meiner Sitznachbarin gequatscht und ein bissle geschlafen.
Der Flughafen in Atlanta ist groß. Sehr groß. Ein Kumpel meinte sogar, es sei der größte Flughafen der Welt. Ist möglich.
Der Flughafen war folgendermaßen Aufgebaut: sechs ~800×10 Meter Gebäude (die Gates) stehen parallel zueinander im Abstand von ~300m, das siebte Gebäude ist die Haupteingangshalle mit den Check Ins, Gepäckausgabe etc. Ich kam im vorletzten GateGebäude an. Ganz am Ende. Ich musste also die 400 Meter bis zur Mitte des Gebäudes laufen um das Schild „Baggage Claim 1500m“ zu sehen. Ich dachte erst, das kann nicht sein…Zum glück gabs nen Zug dorthin. Kann man sich wie ne vollelektronische Sbahn (d.h. ohne Fahrer) vorstellen, die an jedem Gebäude hält. Bin also bis zum Hauptgebäude gefahren, um meine Gitarre dort abzuholen (immer im Hintergedanken, dass ich 2 stunden Zeit hab). Am Baggage Claim No. 1 stand New York JFK, also mein Flug, dran. Als ich nach 40 Minuten immernoch nichts von meiner Gitarre gesehen hab, bin ich zum Baggage Office gegangen, wo mir dann erzählt wurde, dass ich sie an meinem Ankunftsgate hätte abholen müssen……………Also die 1500m zurückgefahren.
Jetzt hatte ich die Wahl, rechts oder links. Ich wusste nur, dass ich am Ende des Gebäudes angekommen bin, aber ich wusste nicht welches….Ich entschied mich für links. Natürlich erwies sich diese Entscheidung als vollkommen falsch. Also die 800 Meter zum anderen Ende gelaufen (und nein, dort gab es kein Beförderungsmittel). Wenigstens hab ich dort dann meine Gitarre ohne größere Probleme bekommen, nur: Sie hat nach den 2 ½ Stunden eisiger Kälte eine ganze Stunde in der AFFENHITZE von Atlanta gelegen. Das kann unmöglich gut für sie gewesen sein. Solch ein extremer Temperaturwechsel….Zusätzlich dazu war die Schokolade für meine Gastfamilie, die ich aus Platzgründen in der Gitarrentasche verstaut hatte, flüssig. Aber egal. Da mein nächster Flug von einem anderen Gebäude aus ging, lief ich vollgepackt wieder die 400 Meter zurück. Das Gebäude war 600 Meter weit weg, aber es gab ja den Zug. Nur wollte der irgendwie nicht losfahren. Schlechter hätts gar nicht laufen können. Also bin ich die 600 Meter gelaufen, hab auf den Weg dorthin jemanden getroffen, der auch nach Salt Lake City möchte und jetzt auch 600m laufen muss. Wenigstens nicht allein….Haben ein bissle gequatsch, ich hab ihm von meinem Glück erzählt. Er selber kam grad von Mississippi und wollte nach Eugene (in der „Nähe“ von Spokane). Nach insgesamt etwa 2,5 Kilometern laufen mitsamt 14kg Gepäck aufm Rücken bin ich dann am Abfluggate angekommen und wollte ich meine Gastmutter anrufen, um uhr zu sagen, dass mehr oder weniger alles OK sei. Keiner von den 3 SmallStores konnte mir 1$ in Münzen fürs Payphone wechseln… Als ich den Mississippi Mann nach Münzen fragte, meinte er, ich könnte von seinem Handy aus anrufen. Ein schickes Ding, dass sich nicht jeder leistet. Später erfuhr ich auch, dass er erste Klasse flog, scheint nicht schlecht zu verdienen. Meine Gastmom hat mir wieder gesagt, ich solle mich entscheiden, dieses Abenteuer zu mögen. Ich mochte es trotzdem nicht besonders…
Nach einigem Warten war ich dann doch ein bissle verwundert, weil der Flug in 10 Mins losgehen sollte und noch keine Zone (Alle sitze werden in Zonen unterteilt, damit nicht alle Passagiere auf einmal zum Gate stürmen, ich hatte Zone 9) aufgerufen wurde. Da die erste Klasse normalerweise zuerst Aufgerufen wird, war der Mississippi Mann auch verwundert. Über Lautsprecher wurde dann gesagt, dass es Probleme gibt. Ne weitere halbe Stunde später tat sich immer noch nichts. Angesichts der Tatsache, dass mir in Salt Lake City nur 1 ½ Stunden bleiben würden, um meinen Flug nach Spokane zu bekommen, bekam ich ein bisschen Angst, ihn zu verpassen. Ich fragte nen Menschen, der grade neben mir Saß, ob er wüsste, was genau das Problem seit und wann es losgehen würde. Wusste er nicht. Als ich ihm dann von meiner Angst erzählt hab, ist er mit mir zum Schalter gegangen, wo mir diese Angst auch sofort genommen wurde. Es stand schon fest, dass ich den Flug nicht mehr bekommen würde. Da ich mittlerweile solchen Informationen gegenüber abgehärtet war, reagierte ich nicht weiter darauf. Ich bedankte mich bei dem hilfsbereitem netten Menschen und ging dann wieder zum Erste-Klasse-Mississippi-Menschen und erzählte ihm von meinem Problem. Er ist auch noch mal mit mir zum Schalter gegangen, um sich zu vergewissern. Mittlerweile warn schon die ersten beim Boarding und wir stellten uns auch an. Er rief bei Delta Airlines an und erklärte ihnen mein Problem und versuchte, irgendwie eine Lösung zu finden, also ein sehr netter Mensch. Leider meinten die nur, dass ich in Salt Lake City fragen sollte. Toll, ich wusste nicht mal, ob ich da überhaupt ankomme….Schließlich waren wir im Gate drinne, aber noch nicht im Flugzeug. Das war noch verschlossen. Der Mann bot mir an, meine Familie in Deutschland anzurufen. Ich zögerte ein wenig aber er sagte mir dann, dass ihn das so gut wie nichts kostete und ich rief an.
Dann wurden plötzlich Namen vorgelesen. Ich wusste nicht, wofür aber mein Name war nicht dabei. Einige Zeit später war mir das Problem bewusst: Der Flugzeugtyp war falsch angegeben und die Passagiere hatten Sitze gebucht, die es in dem Flugzeug gar nicht gibt. Die vorgelesenen Namen hatten das Pech, genau einen dieser Sitze gebucht zu haben. Ich glücklicherweise nicht. Aber warum die Behebung des Problems dann letztendlich 2 Stunden dauerte, war mir unklar. Aber in dem kleinen Vorraum zum Flugzeug (alle, die ihre boarding Karten schon abgegeben hatten, etwa 20 Menschen) herrschte gelockerte Stimmung, auch wenn der ein oder andere den Raum verlassen musste, weil sein Name genannt wurde. Der Erste-Klasse-Mann hat einigen von meinem Glück erzählt, was letztendlich auch für die ein wenig belustigte Stimmung sorgte. Schadenfreude….aber was bleibt einem anderes übrig, asl darüber zu lachen?
Als wir dann letztendlich im Flugzeug saßen, bot mir mein vorderer Sitznachbar an, der von meinem Problem gehört hatte, von seinem Handy aus zu telefonieren. Ich dankte erst mal ab. Dank der Platzverwechselung saß ich in der Business Class (nicht erste Klasse), war auch ganz angenehm. Als das Flugzeug nach 20 Minuten immer noch stand, nahm ich das Angebot dann doch dankend an und rief meine Gastmutter an. Sie fand mein glück auch sehr belustigend. Im Grunde genommen war es das auch…Sie hat mir versichert, sich um meinen Weiterflug zu kümmern. Hätten wir noch ne Stunde länger gestanden, hätte ich meinen Flug nach Spokane schon verpasst, bevor ich überhaupt von Atlanta losgeflogen wäre.

In Salt Lake City verlief dann alles unproblematisch. Ich ging zum Service Point, wo man mir dann die Karten für den Flug, den mir meine Gastmom schon organisiert hatte, und eine Nacht in nem Hotel, das aber von der Airline bezahlt wurde. Ich rief meine Gastmom noch mal vom Este-Klasse-Menschen-Handy an. Sie konnte es nicht glauben, dass ich von der Airline ein hotel bekommen hab. Mein Flug ging um halb 9 am nächsten Morgen. Einen Shuttle zu bekommen war auch unproblematisch. Ich verabschiedete mich beim Erste-Klasse-Menschen und bedanke mich vielmals. Im Shuttle freundete ich mich mit meinem Sitznachbarn an, der im gleichen Hotel untergebracht wurde.
Das Hotel war ganz schick. Ich nahm erst mal ne ordentliche Dusche. Da es 11 Uhr nachts war, waren alle Fressstände in der Nähe zu. Ich hab mir aber dann ne Pizza bestellt, welche ne Stunde später kam und 18$ kostete (ich gab 1$ Trinkgeld…). Es war die kleinste, aber sie war groß. Sehr groß. Ich war schon nach der Hälfte Pappsatt (die, die mich kennen wissen, dass das schon was heißen mag!) hab aber noch ein viertel in mich reingequält und den Rest fürs Frühstück gelassen. Gute Entscheidung. Dann bemerkte ich, dass es im Hotel ein offenes WLAN Netz gibt. Ich kam auch Problemlos rein, nur hatte mein Lappi nur noch für 5Minute Akku und in Deutschland war es 6 Uhr morgens. Aber einer meiner Kumpels war im Webchat online und ich konnte ihm ganz kurz erzählen, was mir widerfahren war und mein PC war tot. Bis etwa 3 Uhr hab ich noch Amerikanischen Kinderkanal gesehn (was für Zeiten für ne Kindersendung). Mein Wake Up Call weckte mich um 6 Uhr. Nachdem ich mich so weit fertig gemacht hatte, ging ich zur Rezeption um nen Shuttle zu bestellen. Ne halbe Stunde hatte ich Zeit und ich setzte mich an einen der PCs vom Hotel. Alle, denen ich von meinem Horrortrip erzählt hatte, waren sichtlich erstaunt über mein Glück. An den PC neben mir setzte sich ein Geschäftsman hin, hat meine Gitarre gesehn, er hat auch mal Gitarre gespielt und wir kamen ins Gespräch. Hat mir seine Karte mit seiner Homepage drauf gegeben. Hab eben nachgeguckt; Er ist der Chef (President) einer gar nicht mal so kleinen Organisation (www.LLIFE.org, der Mensch auf den Fotos wars). Interessant, was man so für Leute trifft. Mein Shuttle kam, ich ging. Neben mir waren noch andere Gäste aus anderen Hotels im Shuttle. Am Flughafen erzählte uns der Fahrer „a Secret“, dass an der vorderen Sicherheitskontrolle eine ewig lange Schlange ist, am Ende des Flughafens aber nie eine sei. Wir gaben ihm alle 1$ Trinkgeld. Aber was für eine Schlange da war! War anscheinend ein weit verbreitetes Secret…Wieder Schuhe, Jacke etc aus- und wieder angezogen.
Das Flugzeug war wieder klein, sodass ich meine Gitarre wieder aufgeben musste. Sie hatte Atlanta gut überstanden.
Eigentlich wollt ich mir beim Flug Idaho angucken (wir flogen quer rüber) aber ich bin eingeschlafen. 3 Stunden Flug. Beim Gepäck abholen war ich schlauer und nahm meine Gitarre gleich mit.
Um 12:25 landete ich in Spokane und dort warteten auch schon meine Gastmutter mit der kleinen Tochter, den Zwillingen, ner Kamera und einem Willkommenschildmit J Dann noch mein restliches Gepäck abgeholt und den Horrortrip beendet.

Fazit: Man kann sagen, dass ich den GAU erlebt hab (es gibt keinen „Super“-GAU!)
Hätte es Tims Gastmutter nicht gegeben, wäre der Trip nur halb so schlimm gewesen…

Ich möchte allen, die bei ihrem Amerikaflug einmal umsteigen müssen, zumindest einmal Unterwäsche ins Handgepäck zu packen. Ich hab mich dann doch ein bisschen dreckig gefühlt. Vertraut nicht auf das New Yorker Pesonal, fragt lieber 4 mal nach, aber macht nicht zuviel Druck. Fliegt mit einer großen Airline, denn die bezahlen auch das Hotel, wenn sie Schuld sind, dass ihr euren Flug verpasst habt. Das mit dem Handyvertrag unbedingt <b>vor</b> Abflug machen, damit es in den USA auch funktioniert. Handy- und Laptopladegerät ins Handgepäck! Zahnbürste evtl auch.

Ich bin jetzt nun seit 8 Tagen in Amerika und seit 6 Tagen in meinem neuen Zuhause. Ich hab hier schon einiges erlebt, aber ich hab nun schon 5 Seiten geschrieben, morgen folgt eventuell mehr. Ich denke, dass sich nicht alle dazu erbarmen werden, dieses Text zu lesen, also seid stolz auf euch, wenn ihr alles gelesen habt ;-)

Greetings from USA-Idaho
.henrik

Mehr Neues

August 16, 2007 by eraemaajaervi

Nachdem ich jetzt ein wenig mit Daniella (meiner Gastmom) per MSN geschrieben hab, weiß ich nun ein wenig mehr über mein künftiges Leben in den USA.

Zuerst die Schule: Coeur d’Alene Charter Academy
Auf der Seite gibt es interessante Sachen zu lesen, wie z.B. dass die Schule exakt 400 Schüler hat und nicht und nicht weniger, dass maximal 4 Austauschschüler aufgenommen werden und diese müssen auch aus 4 verschiedenen Ländern kommen, dass es einen dress code gibt, an den man sich halten muss und und und….
Im Allgemeinem macht die Schule den Eindruck, für die etwas wohlhabenderen bzw. für die etwas Geistreicheren geschaffen zu sein. Schüler müssen sich auch um einen Platz an dieser Schule richtig bewerben, Eingangstests schreiben etc…Schuluniform wird auch getragen!
Aber was mir am meisten Sorge bereitet: Der dress code schreibt vor, dass die Haare nicht den Nacken bedecken dürfen! Für Menschen mit längeren Haaren bleibt entweder der Friseur oder der Zopf! Alle, die mich kennen wissen, dass meine Haare eines meiner wichtigsten Identifikationsmerkmale sind! Und mit den Haaren würde ein Teil von mir sterben! *melancholisch werd* Naja, es bleibt mir ja immernoch der Zopf……………

Trotz alledem macht die Schule einen sehr guten Eindruck und zurücklehnen, wie ich vielleicht gehofft hatte, werd ich mich dort nicht können.

Zu guter letzt hier nochmal 3 Bilder meines zukünfigen Zimmers (das ist übrigens der Keller!):


Greetings
.henrik

Neues aus Idaho!

August 11, 2007 by eraemaajaervi

Jetzt steht alles fest! Ich flieg am 18.8.2007 um 12 Uhr vom Flughafen Berlin-Tegel nach New York, fliege nach 2 Stunden weiter nach Salt Lake City und von dort aus nach Spokane, wo mich meine Gastfamilie abholen wird!

Meine Gastfamilie besteht aus Daniella, meiner Mom, meinem Dad Jeffery, meiner Schwester Landon, meinen Brüdern Gable & Grayson (Zwillinge, 8 Jahre alt) und Crosby (16). Mit meiner Mom hab ich schon telefoniert. Sie ist auf jeden Fall sehr nett! Seit dem Telefonat schreiben wir ständig per MSN, also wann es die Zeitverschiebung erlaubt.

Die Familie wohnt in Croeur d’Alene, einer 37 500 Menschen Stadt. Meine Schule ist etwa 3 km weit weg. Joa, Crosby spielt Gitarre und Drums und der Vater ist Webpage Designer. Ich glaube, was viel besseres hätte mir gar nciht passieren können.

Ich bin zwar bei weitem nicht der erste Austauschschüler (sie hatten schon sehr viele, darunter auch aus deutschland), aber das heißt ja nichts schlechtes. Ich bekommen mein eigenes Zimmer und….joa….mal schauen :-)

Daniella hat mir schon sehr viele Bilder geschickt und das obwohl ich erst gestern Angerufen hab!

Auf ein erfolgreiches Jahr!

Erste Infos

August 11, 2007 by eraemaajaervi

Hello dear visitor, – 27.07.07

Schon seit Ewigkeiten werde ich von allen möglichen Leuten gefragt, wohin ich fliege, wann ich fliege und ob ich sehr Aufgeregt bin…
Leider konnte ich die ersten beiden Fragen bis vor kurzem nicht beantworten und alle mussten lächeln, als ich meinte, ich wüsste nicht, wohin…
Mir selber wurde erst etwa eine Woche vor dem Abflug der ersten Gruppe etwas komisch…aber ich hab mich einfach auf die “Beruhigungsmails” meiner Organisation (AYUSA) gestützt und gesagt, das wird noch was :-)

Und tatsächlich, vor etwa einer Woche bekam ich ne Mail von AYUSA, dass sich eine Gastdfamilie gemeldet hätte. Ich sollte aber nochmal bei AYUSA anrufen und ein paar Fragen klären.
So weit so gut, keiner von den Austauschschülern mit Gastfamilie, die ich kenne musste nochmal bei AYUSA anrufen…Aber es warn dann doch nur gesundheitliche Geschichten (Impfungen, Tuberkulose Test), die ich gottseodank schon hinter mir hatte.
Aber dann meinte die AYUSA Mitarbeiterin noch, dass meine Schule, auf die ich gehen soll einen Englischsprachtest fordert!
Gut, ich hab mich gefragt, wieviele noch zu diesem Sprachtest aufgerufen wurden und ich hab bis heute keinen anderen gefunden…
Aber ich bin dort hingegangen und wollte die Sache möglichst schnell hinter mir haben.
…….das Wort “Test” fand ich untertrieben….Dieser “Test” war eine Amerikanische Abschlussprüfung und glich vom Aufbau her(!) dem MSA-Englisch in Berlin und bRandenburg, fand ich jedoch viieel schwieriger…
Aber nach 1 1/2 stunden testen war ich dann doch erliechtert, dass ich ihn bestanden hab (wurde mir vor ort noch mitgeteilt)
Ich dachte mir fröhlich, jetzt erfährst du, wo du hin kommst, wer deine Familie ist, wo die wohnen und und und…ja, das dachte ich mir…Ich hab lediglich erfahren, dass mein Ziel-Bundestaat Idaho heioßt und ich am 22. fliegen werde.

Idaho! Idaho? Ich hatte noch nie was von Idaho gehört… Und als ich dann im Atlas nachgesehen hatte konnte ich mir auch gut vorstellen, warum…
ein paar kleine daten und fakten über den us bundestaat idaho:
Der Name Idaho kommt aus dem indianischen und bedeutet soviel wie “Licht auf den Bergen”.
idaho ist ca 200.000 km² groß und hat etwa 1 mio einwohner, hat also eine bevölkerungsdichte von 6 menschen pro km² (zum vergleich: dland is 300.000km² groß, hat 80 mio einwohner und eine bevölkerungsdichte von 231 Einwohner pro km²!).
idaho ist (in amerika zumindest) bekannt für seine kartoffeln. überhaupt ist landwirtschaft ein wichtiger aspekt (aber bei weitem nich so wichtig, wie einige jetzt evtl angenommen haben)
Die größte stadt heißt boise und hat 190.000 einwohner und is auch die einzige, die mehr als 100.000 hat…
in idaho liegt der yellowstone nationalpark (haben evtl einige schon gehört) und die rocky mountains ziehen sich mitten durch.
die nächste größere bekannten städte sind seattle (800km weg) und san francisco (~1000km weg).
Idaho ist ein natur und skistaat, kurze sommer und lange kalte winter. Dort fällt viiiieeeel mehr schnee als hier in dland.

In den meisten Gesichtern, denen ich das erzählt habe, konnte ich einen leichten Anflug von Schadenfreude erkennen….ok, Idaho, groß und wenig menschen. aber was solls :-) Ich freu mich drauf! Wann kommt man mal nach Idaho?
Aber am meisten Schadenfreude hab ich bei meiner Mutter gesehn. Die freut sich, dass ich in eine Umgebung komme, der (scheinbar!) PC und Technik fremdt sind. Aber selbst wenn es so sein sollte, es ist mir egal. Das schlimmste was passieren kann ist, dass ich keine Mails verschicken und auch diese Homepage nicht aktuell halten kann. Aber Opfer muss man bringen ;-)

Jedenfalls hab ich nicht mehr ganz einen Monat (ich weiß immernoch nichts genaueres über meine Familie..) bis ich fliege und der Aufbruchsstress beginnt…: was pack ich ein? was muss noch erledigt werden? ist alle vorbereitet? Alle Rechnungen bezahlt, alle versicheungen abgeschlossen?undundund….
Aber ich muss die letzten Tage hier in Dland, Berlin nochmal richtig reinhauen :-) im Amiland ist das Biertrinken (für mich zumindest) strikt verboten, insofern muss ich handeln ;-)

Ich schreib hier, sobald es etwas neues gibt!

adé & greetz
Henrik (goes Idaho!)

Eröffnung

Juli 30, 2007 by eraemaajaervi

Hi,

Dies ist also mein Webblog, extra für die USA und die Homepage www.Ausgetauscht.de.pn angelegt.
ich werde diesen Blog dazu benutzen, um ab und zu meine, gedanken, gefühle, neuen vorstellungen in der “neuen Welt” aufzuschreiben und den zurückgeblieben auch ein kleines Amerika feeling zu verpassen ;-)

dann bis zum ersten sinnvollen blog eintrag =)
adé ‘n greetz
.henrik (goes idaho!)