So, endlich bin ich nun in meinem neuen Zuhause. Aber der Weg hierher ist auf jedenfall erwähnenswert… .
Am Samstag um 11:15 bin ich mit Thao Vy, einer Mitschülerin aus meiner Klasse, die ebenfalls in den USA ein Austauschjahr macht (auch auf dieser Seite zu finden), durch die Sicherheitskontrollen gegangen.
Die Verabschiedung war groß, jeder hatte seine Freunde herbestellt. Nach mehrmaligem „Auf Wiederseh“ begannen wir dann den Weg zum neuen vorläufigen Zuhause. Wir haben das so organisiert, dass wir den gleichen Flug nehmen, von Berlin Tegel nach New York (JFK), von dort aus weiter nach Salt Lake City und dort sollten sich unsere Wege dann trennen. Während ich nach Spokane weiterfliegen sollte, würde sie nach Lewiston fliegen. Jeder eben zu seiner Gastfamilie.
So weit der Plan… .
Ein weiterer Austauschschüler, Tim, von derselben Organisation wie Thao Vy und dessen Gastmutter die Tochter von Thao Vys Gastmutter ist, hatte denselben Flug wie sie.
Der achtstündige Überseeflug war im Grunde genommen recht angenehm, die Stewardessen sahen nur ein bissle veraltet aus… . Irgendwann haben wir auch noch kleine Zettel für den Zoll (man muss die Gastgeschenke und deren Kosten kennen!) und bezüglich unseres Visums ausgefüllt.
In New York angekommen (ein Nackenkissen ist sehr zu empfehlen!) wurden wir im Flughafenkeller durch viele Gänge Richtung Visakontrolle getrieben. Dort war es voll. Sehr voll. Etwa eine Stunde warteten wir, bis wir kontrolliert wurden. Wir mussten das Gepäck abholen und durch den Zoll bringen (muss man übrigens immer beim ersten amerikanischen Flughafen machen!), wieder abgeben und noch mal darauf warten, dass wir selber durchsucht und durchleuchtet werden. Das hatte was von Viehtreiben. Es wurde schon knapp mit der Zeit. Unser Anschlussflug sollte um 4:35pm gehen. Als wir da mal wieder in der Reihe standen, war es 4:20pm. Ein Sicherheitsbeamter hat noch in die Runde gefragt, ob irgendjemand einen Flug vor halb 5 nimmt. Wir haben uns gemeldet, dass wir fünf Minuten nach halb 5 fliegen, aber das hatte den Mann nicht sonderlich beeindruckt. Er meinte, das ginge in Ordnung.
Nachdem wir bei der Sicherheitskontrolle all unser Hab und Gut vom Leibe genommen und in graue Plastikschalen getan, unsere Schuhe ausgezogen, unsere Laptops ausgepackt, uns von Metalldetektoren durchleuchtet lassen und anschließend alles wieder angezogen und an uns genommen hatten, eilten wir zu Gate 26, weil das auf unseren Boarding-Cards so drauf stand. Die Zeit war schon ziemlich knapp doch an Gate 26 erzählte man uns, der Flug gehe von Gate 02. Also noch mal den ganzen weiten Weg zurückgerannt. Aber wir waren zu spät. Unser Flieger war schon weg. Völlig entsetzt haben wir uns von dem Menschen am Gate 02 sagen lassen, was wir nun tun sollen. Er schickte uns zum Service Point. Wieder mal waren wir nicht die einzigen dort…also noch mal warten. Aber nun hatten wir ja keine Eile mehr… .
Als wir endlich dran waren, erklärten wir der Service-Frau unser Problem. Das schien öfter vorzukommen…Ich war sehr erstaunt über die Gelassenheit dieser Person; Ca. 20 Leute waren völlig aufgebracht, weil sie ihren Flug verpasst, Boarding-Card verloren oder sonst was haben und sie schaffte es trotzdem, so extrem langsam zu arbeiten…Sie hat zwar etwa 5 Leute gleichzeitig bedient, war aber trotzdem so langsam mit ihrem Tun… .
Dann drängelte sich auch noch eine völlig empörte Reisegruppe aus Russland vor, die ebenfalls ihren Flug verpasst hatten. Nach einigen heftigen Diskussionen mit der Servicefrau haben sie sich dann doch hinten angestellt….
……nachdem wir dann noch etwa 2 stunden gewartet haben, bekamen wir dann unsren Flug. Am nächsten Morgen um 11 Uhr, aber von einem anderen New Yorker Flughafen sollte er gehen. Wir haben uns dann noch ne halbe stunde mit den Payphones rumgeschlagen um alle unsere Gast- und Eltern anzurufen, und letztendlich doch alle über Tims Handy telefoniert….
Die Gastmutter von Tim, die aufgrund ihres Verwandtschaftsgrades auch gleich die Rolle von Thao Vys Gastmutter übernommen hatte, wollte uns ein Hotel organisieren. Tim hatte ihr schon etwa 1 ½ stunden zuvor über unser Pech aufgeklärt und sie war so freundlich und hat per Telefon parallel einen anderen Flug für ihn und Thao Vy gebucht……dafür verfluche ich sie jetzt….aufgrund dieser Aktion kann ich sie nicht leiden, obwohl ich sie weder gehört noch gesehn hab…..Tatsache war nun, dass Thao Vy und Tim nun zwei Flüge hatten und einer der beiden nun storniert werden musste…..also wieder zum Service Point, aber diesmal ein anderer, schnellerer. Wir haben mit dem Menschen dort gesprochen und er hat per Handy mit der Tims Gastmom gesprochen. Er erklärte ihr, dass der Flug, den der Service Point gebucht hatte nichts kostet aber der Flug, den sie gebucht hat Gebühren kosten. Irgendwas um die 200 U$. Aber sie bestand darauf, dass ihr Flug genommen wird, der zwar ne stunde früher geht, aber 2 Stunden später als der Flug vom Service Point ankommt…Abgesehen davon würden wir nicht mehr zu dritt Fliegen, sondern die beiden und ich separat.
Nach weiteren 4 Stunden Diskussionen und Überlegungen sind wir zum Baggage Office gegangen, um nach unserem Gepäck zu fragen. Uns wurde erzählt, es sei noch in New York und würde mit unserem Flug durchgecheckt werden.
Endlich, nach insgesamt etwa 8 Stunden auf dem JFK Flughafen in New York, gingen wir das Hotel aufsuchen, dass uns die arrangierte Gastmom gebucht hat. Also ab zum Taxistand und zum JFK-Inn (das Hotel) gefahren. Angeblich wusste der Taxifahrer nicht genau, wo das ist, hat also noch ein paar Extrarunden gedreht, meiner Meinung nach nur, um mehr Kohle abblechen zu können. Ich hab die 17, 45 $ ohne das kleinste Trinkgeld bezahlt (also vorerst für uns drei zusammen).
Das Hotel sah schäbig aus, die Gegend auch. Hatte so ein bissle was von Ghetto. Das Hotel selber machte zuerst den Eindruck eines Stundenhotels (war aber keins!)…Als Tim noch mal seine Gastmom anrief, um zu erfahren, wie wir nun vorgehen sollten, hatte sie plötzlich grad keine Zeit und wollte in 10 mins zurückrufen. Als sich nach einer Dreiviertelstunde noch keiner gemeldet hatte, rief Tim noch mal an. Sie hat kein Wort über ihren vergessenen (oder verdrängten) Rückruf verloren und meinte, wir sollen einfach zur Rezeption gehen und ein Zimmer bestellen. Auf die Anfrage hin, was mit den Kosten sei meinte sie, dass wir das selber bezahlen sollen und sie nichts davon bezahlen würde. Ich-kann-sie-nicht-leiden….Das Zimmer hat satte 155$ gekostet, also etwa 50$ für jeden. Am Service Pointauf dem Flughafen hatte man uns ein Hotel genannt, das „nur“ 100$ gekostet hätte, aber Frau Tims Gastmutter wollte ja, dass wir in dieses hier gehen… Hungrig, weil keiner in dieser Gegend nach einem Fresstand suchen wollte, gingen wir dann ins Bett. Da Frau Gastmuttter darauf bestanden hatte, dass wir um 7 Uhr morgens am Flughafen mit Seat Request Karten (d.h. falls ein Flugpassagier nicht kommt, kommt man mit dieser Karte rein) standen wir um 4 Uhr auf, konnten glücklicherweise wenigstens unsere Zähne putzen, weil wir diese Päckchen vom Transatlantikflug mitgenommen hatten (waren halt Feuchtigkeitscreme, Zahnpasta, Zahnbürste, Kopfhörer, Schlafbrille drin). 5 Uhr waren wir dann (nach dem Sicherheitcheck) wieder auf dem Flughafen, haben dann noch mal 1 ½ Stunden mit einer Service Frau diskutiert, ob es nicht doch irgendwie möglich wäre, dass wir drei zusammen fliegen. Sie war dann so nett und hat mir ebenfalls eine Seat Request Karte nach Salt Lake City gegeben.
Voller Hoffnung zum Gate gegangen war das Flugzeug natürlich voll. Alle Passagiere da. Wir wurden zu einem anderen Gate geschickt, um da wieder mit Seat Request unser Glück zu versuchen. Auch dieser Flug nach Salt Lake City war voll.
Gut, also wieder warten, aber diesmal auf unsere gebuchten Flüge. Als ich noch mal meine Boardkarten kontrollierte fiel mir auf, dass diese verdammt Frau vom Service Point meinen Flug umgebucht hat, zwar vom JFK Flughafen aus aber eine Stunde später als mein vorheriger! Und ich sollte 2 Stunden später ankommen! Ich hab sie verflucht! Warum bucht sie meinen Flug einfach um? Ich hab ihr doch mehrere male Klipp und Klar gesagt, dass ich den Flug will, der am frühsten in Spokane, meinen Zielflughafen, ankommt, haben will!! Ich war kurz davor, zurückzugehen und sie anzuschreien, ich war fertig mit meinen Nerven. Aber dann hätt ich noch mal durch die Sicherheitskontrolle gemusst. Das ist übrigens eines meiner neuen Hobbys geworden, all mein Hab und Gut in graue Plastikschalen zu packen, Laptop und externe Festplatte auszupacken, Schuhe und Gürtel auszuziehen, mich abtasten zu lassen, Schuhe, Jacke, Gürtel, Brusttasche wieder anzuziehen, Laptop und Externe Platte wieder einzupacken, Rucksack zu satteln, Gitarre aufzusetzen….
Da wir ja jetzt wieder mal Zeit hatten, sind wir noch mal zum Baggage Office gegangen, um nach unserem Gepäck zu fragen. Dort hat man uns erzählt, dass Thao Vys und Tims Gepäck in Salt Lake City und meins in Spokane ist…schön organisiert das Ganze….Wieder durch die Sicherheitskontrollen, ausziehen, anziehen und zum Gate 28.
Um 11 Uhr hab ich Thao Vy und Tim verabschiedet und mich dann auf zu meinem eigenen Gate gemacht. 2 Stunden hatte ich ja noch Zeit. Thaos uns Tims Flugroute war nun New York -> Colorado -> Salt Lake City -> Clarkston, meine eigene New York -> Atlanta -> Salt Lake City -> Spokane. Ich flog zwar 1 ½ Stunden später ab, sollte aber 2 Stunden früher ankommen. Und Clarkston und Spokane liegen grad mal 150km auseinander.
Der Flieger, in den ich dann einstieg war klein. Sehr klein. Für meine Gitarre war da kein Platz, musste ich also noch zu Gepäck aufgeben. Es hat sehr geschmerzt, da ich wusste, dass sie die nächsten 2 ½ Stunden bei –17°C verbringen wird.
Ansonsten war der Flug ganz angenehm, hab ein bissle mit meiner Sitznachbarin gequatscht und ein bissle geschlafen.
Der Flughafen in Atlanta ist groß. Sehr groß. Ein Kumpel meinte sogar, es sei der größte Flughafen der Welt. Ist möglich.
Der Flughafen war folgendermaßen Aufgebaut: sechs ~800×10 Meter Gebäude (die Gates) stehen parallel zueinander im Abstand von ~300m, das siebte Gebäude ist die Haupteingangshalle mit den Check Ins, Gepäckausgabe etc. Ich kam im vorletzten GateGebäude an. Ganz am Ende. Ich musste also die 400 Meter bis zur Mitte des Gebäudes laufen um das Schild „Baggage Claim 1500m“ zu sehen. Ich dachte erst, das kann nicht sein…Zum glück gabs nen Zug dorthin. Kann man sich wie ne vollelektronische Sbahn (d.h. ohne Fahrer) vorstellen, die an jedem Gebäude hält. Bin also bis zum Hauptgebäude gefahren, um meine Gitarre dort abzuholen (immer im Hintergedanken, dass ich 2 stunden Zeit hab). Am Baggage Claim No. 1 stand New York JFK, also mein Flug, dran. Als ich nach 40 Minuten immernoch nichts von meiner Gitarre gesehen hab, bin ich zum Baggage Office gegangen, wo mir dann erzählt wurde, dass ich sie an meinem Ankunftsgate hätte abholen müssen……………Also die 1500m zurückgefahren.
Jetzt hatte ich die Wahl, rechts oder links. Ich wusste nur, dass ich am Ende des Gebäudes angekommen bin, aber ich wusste nicht welches….Ich entschied mich für links. Natürlich erwies sich diese Entscheidung als vollkommen falsch. Also die 800 Meter zum anderen Ende gelaufen (und nein, dort gab es kein Beförderungsmittel). Wenigstens hab ich dort dann meine Gitarre ohne größere Probleme bekommen, nur: Sie hat nach den 2 ½ Stunden eisiger Kälte eine ganze Stunde in der AFFENHITZE von Atlanta gelegen. Das kann unmöglich gut für sie gewesen sein. Solch ein extremer Temperaturwechsel….Zusätzlich dazu war die Schokolade für meine Gastfamilie, die ich aus Platzgründen in der Gitarrentasche verstaut hatte, flüssig. Aber egal. Da mein nächster Flug von einem anderen Gebäude aus ging, lief ich vollgepackt wieder die 400 Meter zurück. Das Gebäude war 600 Meter weit weg, aber es gab ja den Zug. Nur wollte der irgendwie nicht losfahren. Schlechter hätts gar nicht laufen können. Also bin ich die 600 Meter gelaufen, hab auf den Weg dorthin jemanden getroffen, der auch nach Salt Lake City möchte und jetzt auch 600m laufen muss. Wenigstens nicht allein….Haben ein bissle gequatsch, ich hab ihm von meinem Glück erzählt. Er selber kam grad von Mississippi und wollte nach Eugene (in der „Nähe“ von Spokane). Nach insgesamt etwa 2,5 Kilometern laufen mitsamt 14kg Gepäck aufm Rücken bin ich dann am Abfluggate angekommen und wollte ich meine Gastmutter anrufen, um uhr zu sagen, dass mehr oder weniger alles OK sei. Keiner von den 3 SmallStores konnte mir 1$ in Münzen fürs Payphone wechseln… Als ich den Mississippi Mann nach Münzen fragte, meinte er, ich könnte von seinem Handy aus anrufen. Ein schickes Ding, dass sich nicht jeder leistet. Später erfuhr ich auch, dass er erste Klasse flog, scheint nicht schlecht zu verdienen. Meine Gastmom hat mir wieder gesagt, ich solle mich entscheiden, dieses Abenteuer zu mögen. Ich mochte es trotzdem nicht besonders…
Nach einigem Warten war ich dann doch ein bissle verwundert, weil der Flug in 10 Mins losgehen sollte und noch keine Zone (Alle sitze werden in Zonen unterteilt, damit nicht alle Passagiere auf einmal zum Gate stürmen, ich hatte Zone 9) aufgerufen wurde. Da die erste Klasse normalerweise zuerst Aufgerufen wird, war der Mississippi Mann auch verwundert. Über Lautsprecher wurde dann gesagt, dass es Probleme gibt. Ne weitere halbe Stunde später tat sich immer noch nichts. Angesichts der Tatsache, dass mir in Salt Lake City nur 1 ½ Stunden bleiben würden, um meinen Flug nach Spokane zu bekommen, bekam ich ein bisschen Angst, ihn zu verpassen. Ich fragte nen Menschen, der grade neben mir Saß, ob er wüsste, was genau das Problem seit und wann es losgehen würde. Wusste er nicht. Als ich ihm dann von meiner Angst erzählt hab, ist er mit mir zum Schalter gegangen, wo mir diese Angst auch sofort genommen wurde. Es stand schon fest, dass ich den Flug nicht mehr bekommen würde. Da ich mittlerweile solchen Informationen gegenüber abgehärtet war, reagierte ich nicht weiter darauf. Ich bedankte mich bei dem hilfsbereitem netten Menschen und ging dann wieder zum Erste-Klasse-Mississippi-Menschen und erzählte ihm von meinem Problem. Er ist auch noch mal mit mir zum Schalter gegangen, um sich zu vergewissern. Mittlerweile warn schon die ersten beim Boarding und wir stellten uns auch an. Er rief bei Delta Airlines an und erklärte ihnen mein Problem und versuchte, irgendwie eine Lösung zu finden, also ein sehr netter Mensch. Leider meinten die nur, dass ich in Salt Lake City fragen sollte. Toll, ich wusste nicht mal, ob ich da überhaupt ankomme….Schließlich waren wir im Gate drinne, aber noch nicht im Flugzeug. Das war noch verschlossen. Der Mann bot mir an, meine Familie in Deutschland anzurufen. Ich zögerte ein wenig aber er sagte mir dann, dass ihn das so gut wie nichts kostete und ich rief an.
Dann wurden plötzlich Namen vorgelesen. Ich wusste nicht, wofür aber mein Name war nicht dabei. Einige Zeit später war mir das Problem bewusst: Der Flugzeugtyp war falsch angegeben und die Passagiere hatten Sitze gebucht, die es in dem Flugzeug gar nicht gibt. Die vorgelesenen Namen hatten das Pech, genau einen dieser Sitze gebucht zu haben. Ich glücklicherweise nicht. Aber warum die Behebung des Problems dann letztendlich 2 Stunden dauerte, war mir unklar. Aber in dem kleinen Vorraum zum Flugzeug (alle, die ihre boarding Karten schon abgegeben hatten, etwa 20 Menschen) herrschte gelockerte Stimmung, auch wenn der ein oder andere den Raum verlassen musste, weil sein Name genannt wurde. Der Erste-Klasse-Mann hat einigen von meinem Glück erzählt, was letztendlich auch für die ein wenig belustigte Stimmung sorgte. Schadenfreude….aber was bleibt einem anderes übrig, asl darüber zu lachen?
Als wir dann letztendlich im Flugzeug saßen, bot mir mein vorderer Sitznachbar an, der von meinem Problem gehört hatte, von seinem Handy aus zu telefonieren. Ich dankte erst mal ab. Dank der Platzverwechselung saß ich in der Business Class (nicht erste Klasse), war auch ganz angenehm. Als das Flugzeug nach 20 Minuten immer noch stand, nahm ich das Angebot dann doch dankend an und rief meine Gastmutter an. Sie fand mein glück auch sehr belustigend. Im Grunde genommen war es das auch…Sie hat mir versichert, sich um meinen Weiterflug zu kümmern. Hätten wir noch ne Stunde länger gestanden, hätte ich meinen Flug nach Spokane schon verpasst, bevor ich überhaupt von Atlanta losgeflogen wäre.
In Salt Lake City verlief dann alles unproblematisch. Ich ging zum Service Point, wo man mir dann die Karten für den Flug, den mir meine Gastmom schon organisiert hatte, und eine Nacht in nem Hotel, das aber von der Airline bezahlt wurde. Ich rief meine Gastmom noch mal vom Este-Klasse-Menschen-Handy an. Sie konnte es nicht glauben, dass ich von der Airline ein hotel bekommen hab. Mein Flug ging um halb 9 am nächsten Morgen. Einen Shuttle zu bekommen war auch unproblematisch. Ich verabschiedete mich beim Erste-Klasse-Menschen und bedanke mich vielmals. Im Shuttle freundete ich mich mit meinem Sitznachbarn an, der im gleichen Hotel untergebracht wurde.
Das Hotel war ganz schick. Ich nahm erst mal ne ordentliche Dusche. Da es 11 Uhr nachts war, waren alle Fressstände in der Nähe zu. Ich hab mir aber dann ne Pizza bestellt, welche ne Stunde später kam und 18$ kostete (ich gab 1$ Trinkgeld…). Es war die kleinste, aber sie war groß. Sehr groß. Ich war schon nach der Hälfte Pappsatt (die, die mich kennen wissen, dass das schon was heißen mag!) hab aber noch ein viertel in mich reingequält und den Rest fürs Frühstück gelassen. Gute Entscheidung. Dann bemerkte ich, dass es im Hotel ein offenes WLAN Netz gibt. Ich kam auch Problemlos rein, nur hatte mein Lappi nur noch für 5Minute Akku und in Deutschland war es 6 Uhr morgens. Aber einer meiner Kumpels war im Webchat online und ich konnte ihm ganz kurz erzählen, was mir widerfahren war und mein PC war tot. Bis etwa 3 Uhr hab ich noch Amerikanischen Kinderkanal gesehn (was für Zeiten für ne Kindersendung). Mein Wake Up Call weckte mich um 6 Uhr. Nachdem ich mich so weit fertig gemacht hatte, ging ich zur Rezeption um nen Shuttle zu bestellen. Ne halbe Stunde hatte ich Zeit und ich setzte mich an einen der PCs vom Hotel. Alle, denen ich von meinem Horrortrip erzählt hatte, waren sichtlich erstaunt über mein Glück. An den PC neben mir setzte sich ein Geschäftsman hin, hat meine Gitarre gesehn, er hat auch mal Gitarre gespielt und wir kamen ins Gespräch. Hat mir seine Karte mit seiner Homepage drauf gegeben. Hab eben nachgeguckt; Er ist der Chef (President) einer gar nicht mal so kleinen Organisation (www.LLIFE.org, der Mensch auf den Fotos wars). Interessant, was man so für Leute trifft. Mein Shuttle kam, ich ging. Neben mir waren noch andere Gäste aus anderen Hotels im Shuttle. Am Flughafen erzählte uns der Fahrer „a Secret“, dass an der vorderen Sicherheitskontrolle eine ewig lange Schlange ist, am Ende des Flughafens aber nie eine sei. Wir gaben ihm alle 1$ Trinkgeld. Aber was für eine Schlange da war! War anscheinend ein weit verbreitetes Secret…Wieder Schuhe, Jacke etc aus- und wieder angezogen.
Das Flugzeug war wieder klein, sodass ich meine Gitarre wieder aufgeben musste. Sie hatte Atlanta gut überstanden.
Eigentlich wollt ich mir beim Flug Idaho angucken (wir flogen quer rüber) aber ich bin eingeschlafen. 3 Stunden Flug. Beim Gepäck abholen war ich schlauer und nahm meine Gitarre gleich mit.
Um 12:25 landete ich in Spokane und dort warteten auch schon meine Gastmutter mit der kleinen Tochter, den Zwillingen, ner Kamera und einem Willkommenschildmit J Dann noch mein restliches Gepäck abgeholt und den Horrortrip beendet.
Fazit: Man kann sagen, dass ich den GAU erlebt hab (es gibt keinen „Super“-GAU!)
Hätte es Tims Gastmutter nicht gegeben, wäre der Trip nur halb so schlimm gewesen…
Ich möchte allen, die bei ihrem Amerikaflug einmal umsteigen müssen, zumindest einmal Unterwäsche ins Handgepäck zu packen. Ich hab mich dann doch ein bisschen dreckig gefühlt. Vertraut nicht auf das New Yorker Pesonal, fragt lieber 4 mal nach, aber macht nicht zuviel Druck. Fliegt mit einer großen Airline, denn die bezahlen auch das Hotel, wenn sie Schuld sind, dass ihr euren Flug verpasst habt. Das mit dem Handyvertrag unbedingt <b>vor</b> Abflug machen, damit es in den USA auch funktioniert. Handy- und Laptopladegerät ins Handgepäck! Zahnbürste evtl auch.
Ich bin jetzt nun seit 8 Tagen in Amerika und seit 6 Tagen in meinem neuen Zuhause. Ich hab hier schon einiges erlebt, aber ich hab nun schon 5 Seiten geschrieben, morgen folgt eventuell mehr. Ich denke, dass sich nicht alle dazu erbarmen werden, dieses Text zu lesen, also seid stolz auf euch, wenn ihr alles gelesen habt
Greetings from USA-Idaho
.henrik